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"Wetten, dass...?" in Dortmund

Ein frisch gebackener Oscar-Preisträger brachte einen Hauch von Hollywood-Glanz mit, ein gut gelaunter Startenor versprühte reichlich Charme, und auch ein junger Wettkandidat verbreitete gute Laune.

Bei der 167. Ausgabe von „Wetten, dass…?“ am Samstagabend in Dortmund sorgte die erfrischende Art von Gästen wie Florian Henckel von Donnersmarck und Rolando Villazón für gute Stimmung. Der mit Bärtchen und Hut auftretende und insgesamt eher zurückhaltende Moderator Thomas Gottschalk setzte seine Couch-Runde angenehm in Szene. Am eigentlichen Mittelpunkt der Show, den Wetten, hakte es allerdings gewaltig – die Ideen waren mäßig, die Ausführung auch.

Der soeben für das Stasi-Drama „Das Leben der Anderen“ mit dem Oscar ausgezeichnete Regisseur Donnersmarck hatte die begehrte Trophäe mitgebracht und ließ sie nicht aus den Augen. An den Film habe er natürlich sehr geglaubt: „Aber an den Oscar – na ja“, gab er zu. Der Oscar-Gewinn habe vieles verändert: „Irgendwie kam es mir vor, als ob ich ins echte Leben eintrete.“

Seinen Humor bewies der Filmemacher nach verlorener Wette: Entgegen seiner Prognose misslang den Kandidaten der Balanceakt auf einem hohen Dosenturm, und der Oscar-Gewinner sprang zur Strafe für eine Viertelstunde als Kabelhilfe ein. Gottschalk tröstete seinen Gast: „Lieber Wette verloren und Oscar gewonnen als umgekehrt.“ Zwei Darsteller des preisgekrönten Films, Sebastian Koch und Sophie von Kessel, hatten bei der gleichen Wette dagegen gehalten: Ihnen blieb das Ausmisten eines Schweinestalls erspart.

Ohnehin mussten fast alle Wettkandidaten an diesem Abend passen. Das Erraten von Autotypen durch Klopfen misslang. Der Versuch, 40 Sorten Stahl durch den Funkenflug beim Schleifen zu erkennen, scheiterte kläglich. Und auch der spätere Wettkönig Frank Herbst schaffte es nicht, 25 Spielkarten in einen Basketballkorb zu treffen.

Nur der Kinder-Kandidat hatte kaum Mühe: Der erfrischend schlagfertige 14-jährige Frederik Huhn erkannte seine Klassenkameraden nur durch Befühlen der Ohren, benannte mitten in der Dortmunder Westfallenhalle den Ruhrgebiets-Rivalen FC Schalke 04 als seinen Lieblings-Fußballverein und war der klare Wett-Höhepunkt des Abends.

Mit seinem Erfolg brockte Frederik dem Opernstar Rolando Villazón die Einlösung seines Wetteinsatzes an. Der gut gelaunte Sänger plauderte und lachte an diesem Abend viel und herzlich und eroberte so das Publikum. Nach verlorener Wette setzte er sich bereitwillig auf einen elektrischen Bullen und wurde rasch wieder abgeworfen. Gottschalk sah seinen Gast aber nur knapp gescheitert: „Der Bulle stand kurz vor der Aufgabe.“

Herbert Grönemeyer und Christina Stürmer sangen ihre aktuellen Hits, Autorin Susanne Fröhlich und Schauspielerin Christine Neubauer stellten die Verfilmung des Buches „Moppel-Ich“ vor, Bastian Pastewka und Joachim Fuchsberger ihre Edgar-Wallace-Parodie „Neues vom Wixxer“. Für Fuchsberger hatte der Abend ein besonderes Revival parat. Schon 1983 hatte er beim damals noch von Frank Elstner moderierten „Wetten, dass…“ eine Wette verloren und anschließend seine Show „Auf los geht’s los“ im Nachthemd moderieren müssen. Am Samstag war es wieder soweit: Für eine verlorene Wette warf er sich zusammen mit Pastewka erneut ins weiße Nachthemd. Und vom braven Einlösen der Wetteinsatzes blieb auch Sänger Lionel Richie nicht verschont: Der US-Star saugte nach verlorener Wette Helium aus einem Ballon und sang mit verzerrter Stimme seinen Welthit „Hello“.

Und am Abend der verlorenen Wetten musste sich am Ende auch Thomas Gottschalk einreihen. Zur von Schauspieler Ralf Möller präsentierten Stadtwette fanden sich 50 Dortmunder auf dem Friedensplatz ein, ließen sich den Kopf rasieren und sich goldfarben bemalen und fungierten als lebensgroße Oscar-Statuen. So muss Gottschalk in der kommenden Sendung für jede gewonnene Wette ein weibliches Accessoire anlegen – Pumps in seiner Größe gebe es schon, erklärte er. „Wenn ich Pech habe, werde ich mich am Ende der nächsten Sendung als alte Dame von meinem Publikum verabschieden.“

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