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Weitere Verkaufsstellen für die Korridorvignette geplant

Schwarzach - Den entsprechenden Beschluss im Nationalrat vorausgesetzt, soll die zwei Euro teure Korridorvignette zur Entlastung des Großraums Bregenz voraussichtlich im September 2008 eingeführt werden.

An insgesamt acht Automaten in Hörbranz und Hohenems sollen diese Vignetten verkauft werden; die Verantwortlichen einigten sich nun aber auch auf die Schaffung weiterer Verkaufsstellen. „So wird auch in Alberschwende oder Egg eine Verkaufsstelle für die Korridorvignette errichtet“, sagte gestern ÖVP-Verkehrssprecher Werner Reichart.

Entlastung erwartet

Von Anfang an habe er dies in Wien urgiert und sich nun durchgesetzt: „Diese Verkaufsstelle macht Sinn. Weil Urlauber auf dem Rückweg dann mit der Vignette via Achraintunnel auf die Rheintalautobahn fahren – und nicht mehr durch die Hofsteiggemeinden und Bregenz oder durch Dornbirn.“ Er erwarte sich dadurch zusätzlich Entlastung. Lob für diese Verkaufsstelle im Wald kommt auch von Wolfurts Bürgermeister. „Ich halte das für sinnvoll“, sagt Erwin Mohr, „man muss es den Autofahrern so leicht wie möglich machen.“ Laut Reichart sind auch Verkaufsstellen in Lustenau, auf der Schweizer Seite bei Lustenau und im Dornbirner Messepark geplant.

Die Asfinag verhandelt derzeit, bestätigt Sprecher Marc Zimmermann: „Wir suchen optimale Verkaufsplätze an den Hauptverkehrsströmen.“ Das Verkaufsnetz werde im Frühjahr präsentiert. Ungeklärt ist bislang die Optik der Ticketautomaten; ungeklärt ist auch die Gestaltung des Verkaufsareals in Hörbranz. Er habe erst Skizzen gesehen, sagte Landesrat Manfred Rein gestern: „Diese Skizzen zeigten allerdings Mautstellen, die denen in Italien ähneln – die verbaute Fläche soll sich auf bis zu 2500 Quadratmeter erstrecken.“ Rein steht der Ausweitung des Verkaufsnetzes skeptisch gegenüber: „Schließlich handelt es sich ja um eine Korridorvignette DeutschlandÖSchweiz.“

Reichart widerspricht: „Der Korridor ist klar festgelegt, zwischenHörbranzundHohenems.“ Und wenn nun jemand früher abfahre und damit für eine kürzere Strecke den gleichen Preis zahle, „sollte man dies als zusätzliche Einnahmen für die Asfinag respektieren.“ Auch dem Vorwurf aus dem Montafon, der Wald werde bevorzugt, kann Reichart nichts abgewinnen: „Mit der Korridorvignette können nur 18 Kilometer Autobahn befahren werden, für vier Euro hin und retour. Das ist mit Sicherheit kein Geschenk.“

Ausschuss tagt am Mittwoch

Die geplante Korridorvignette beschäftigt morgen den Verkehrsausschuss des Nationalrats. Zur Debatte steht die zur Einführung der Vignette notwendige Änderung des Bundesstraßenmaut- und des Asfinag-Gesetzes. Verkehrsminister Werner Faymann (SPÖ) meinte gestern auf „VN“-Anfrage, er rechne mit Zustimmung.


Protest aus dem Montafon

Erwin Bahl, Schrunser Bürgermeister, erneuerte gestern seine Kritik an der geplanten Korridorvignette. Selbst aus dem Bregenzerwald habe er bereits Befürchtungen vor einer drohenden Verkehrszunahme gehört: „Denn die Möglichkeit einer günstigen Anreise wird im Wald natürlich beworben.“ Und im Übrigen sei ja nicht nur das Montafon gegen diese „Lösung“. Man sei niemandem etwas neidig, Gleichbehandlung aller müsse aber die Devise sein: „Die Lösung wäre eine Tagesvignette für ganz Österreich.“

Kritik am „Pfusch Korridorvignette“ kommt auch vom Lustenauer Grün-Landtagsabgeordneten Bernd Bösch: „Durch die Verkaufsstellen in Lustenau wird die Gefahr, dass der Verkehr hierher verlagert wird, natürlich größer.“

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