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Warnung vor Pyramidenspiel

In den letzten Monaten hatte es das Landeskriminalamt Vorarlberg wieder mit Fällen von "Schenkkreisen", einer neuen Form der Pyramidenspiele, zu tun.

Diese Pyramidenspiele sind offenbar wieder in. Eine neue Variante der „Schneeballsysteme“ nennt sich nun „Schenk- oder Herzkreis“. Dabei werden alle Bevölkerungsschichten mit pseudofeministischem oder pseudoesoterischen Gefasel angesprochen, um so auf betrügerische Art an deren Geld zu kommen.

Meist werden die Neueinsteiger von Freunden zu Vorstellungsveranstaltungen geladen, wo ihnen dann vorgegaukelt wird, dass sie durch einen einmaligen Einsatz in ein paar Tagen tausende Euro „Gewinn“ erhalten. Dabei geht es mitunter um Einmalzahlungen im Bereich zwischen 5.000 und 10.000 Euro. Die leichtgläubigen Neueinsteiger werden bei diesen Veranstaltungen von rhetorisch geschulten Personen mit falschen Versprechungen und Argumenten überschüttet. Die von positiven Argumenten und Gefühlen geprägte Atmosphäre und das schlichte Leugnen der Argumente, wie mathematische Berechnungen, soll darüber hinwegtäuschen, dass es hier um knallharte Abzocke von sehr viel Geld geht.

Um dann die letzten Zweifler zu überzeugen, wird einem Mitspieler – der mittlerweile ins Zentrum des Schenkkreises aufgestiegen ist – in netten Kuverts verpackt mehrere tausend Euro Bargeld übergeben. Seine vor Geldgier leuchtenden Augen sollen die letzten Skeptiker vom Funktionieren des Systems überzeugen.

Hinter diesen angeblich so „schönen“ Schenkkreisen verbirgt sich nichts anderes als eine Abwandlung der schon hinlänglich bekannten Pyramidensysteme. Bei den Herzkreisen, Sonnenmännerkreisen, Power Circle – oder wie die so genannten Schenkkreise sonst noch heißen – geht es immer um dasselbe Prinzip:

15 Teilnehmer pro Gruppe sind im System in 3 Kreise um den Gewinner gereiht. Die äußersten 8 Gereihten schenken dem innersten Teilnehmer – „Herz des Kreises“ – jeweils dieselbe Geldsumme. Er kassiert mehrere tausend Euro ab und scheidet aus der Gruppe aus. Anschließend wird der Kreis geteilt und jeder Teilnehmer rückt einen Kreis weiter nach innen. Nun müssen wieder insgesamt 16 neue Teilnehmer gefunden werden, die bereit sind mehrere tausend Euro zu verschenken. Bis einer der aus der ersten Gruppe an die „Empfängerposition“ gerückt ist, hat das System schon 127 Mitspieler – davon 15 „Beschenkte“ und 112 Verlierer.

Naturgemäß bricht das System in absehbarer Zeit zusammen. Dies ist eine ganz einfache Rechnung: Es verlieren immer – egal in welcher Runde sich das Spiel befindet – mindestens 87,5 % der Beteiligten ihr Geld. Durch die enorme Anzahl der willigen Mitspieler ist das Potential in einer Region sehr rasch erschöpft. Einige wenige, die früh einsteigen machen das große Geld. Aber die große Masse, die später dazukommt, ist ihr Geld sicher los.

Nach der 20. Teilung des Systems reicht die Gesamtbevölkerung von Österreich nicht mehr aus, um die freien Plätze zu besetzen, und nach etwa der 23.

Teilung sind mehr als alle Erwachsenen Deutschlands notwendig, um das System am Laufen zu halten. Mindestens 87,5 % der Mitspieler verlieren dabei sehr viel Geld. Manche möchten dies einfach nicht wahrhaben. Dabei geht es nicht immer nur um das verlorene Geld sondern meist auch um verlorene Freunde, die zum Mitspielen überredet wurden. Doch bei solchen Geldsummen hört die Freundschaft dann schnell auf.

Deshalb befolgen Sie die Tipps der Kripo Beratung:

  • Schlagen Sie Einladungen zu solchen Abzockerrunden aus.
  • Lassen Sie sich von der Kuschelrhetorik nicht einlullen: „Vertrauen zeigen“ und „loslassen lernen“ können Sie auch ohne tausende Euros in einen Umschlag zu stecken und einer fremden Person zu geben.
  • Sollten Sie unsicher sein: Setzen Sie sich mit der Kripo Beratung oder einer Verbraucherschutz-einrichtung in Verbindung. Zusätzliche Informationen erhalten sie auch im Internet auf der Homepage der „Interessengemeinschaft der Schenkkreisgeschädigten (I.G.S.G.)“ – www.schenkkreise.org
  • Wenn Sie schon geschädigt sind: Kontaktieren Sie schnellstens die Polizei oder einen Anwalt! Möglicherweise gibt es doch noch eine Chance, wenigstens einen Teil Ihres Geldes zurückzubekommen. (Quelle: Sicherheitsdirektion)
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