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Vorarlberger Landessymbole

Am Anfang stand die jedes Jahr dutzendfach gestellte Frage: „Welche sind eigentlich unsere Landesfarben?" Rot-Weiß oder Weiß-Rot?

Das Vorarlberger Landesarchiv hat sich vor diesem Hintergrund entschlossen, alle so genannten Landessymbole in einer Ausstellung zu präsentieren und deren Entstehung und Geschichte erstmals gesammelt zu dokumentieren. Auch mit dem Hintergedanken, in Zukunft für alle Fragen gerüstet zu sein.

Die Ausstellung wird ab Mittwoch im Landhaus in Bregenz zu sehen sein. Prunkstück ist das prachtvolle Wappendiplom Kaiser Franz-Josephs aus dem Jahr 1864. Damit erhielt Vorarlberg sein eigenes Wappen, da bis dahin kein Symbol vorhanden war, das die damals erst drei Jahre alte Einheit des Landes repräsentierte. Der Wunsch nach diesem Symbol kostete das junge Kronland übrigens eine „Ausfertigungsgebühr” von 240 Gulden oder auf heutige Verhältnisse hochgerechnet rund 2.400 Euro. In dem Wappen werden in drei Reihen die wichtigsten ehemaligen Herrschaften und Stände symbolisiert.

Aus Gründen der Einfachheit, als es nämlich nach dem Ende der Monarchie um so banale Dinge wie Stempel für die Verwaltung ging, wurden acht weggelassen und man beschränkte sich auf das noch heute gebräuchliche Wappen der Montforter. Der damalige Landtagspräsident und spätere Bundeskanzler Otto Ender mahnte 1918: „Gerade die Zeit des Ueberganges, wie wir sie jetzt haben, bringt es mit sich, daß sich die praktische Notwendigkeit ergibt, Amtssiegel anzuschaffen, Drucksorten zu besorgen und alles mögliche machen zu lassen und dabei ist es nicht gleichgiltig, ob man bei dieser Gelegenheit das künftige Landeswappen kennt oder nicht; ob man Dinge schafft, die man später wieder beseitigen wird.”

Dokumentiert und zu sehen sind in der Ausstellung auch sämtliche aktuelle Auszeichnungen des Landes. Auch sie sorgen für ein Landesbewusstsein. Zwischen 1953 und 2003 verlieh Vorarlberg 8.555 Landesauszeichnungen – im Katalog heißt es dazu lapidar: „Orden gelten als ’unalemannisch’, werden aber selten abgelehnt.”

Es gibt dennoch auch den umgekehrten Fall, der auch in der Ausstellung dokumentiert ist. Ulrich Ilg, erster Landeshauptmann nach 1945, erhielt von Bundespräsident Körner das „Große Goldene Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich”. Doch Ilg schickte es im Februar 1955 als Protest gegen die „feindliche” Übernahme des Landessenders Vorarlberg nach Wien zurück. Bundeskanzler Raab retournierte die Auszeichnung umgehend und gab Ilg zu bedenken, dass sie auch dem Land Vorarlberg gelte und er mit einer Rückstellung das Staatsoberhaupt brüskiere. Ilg antwortete, dass ihm das fern liege. Als Auszeichnung des Landes übergebe er das Ehrenzeichen deshalb dem Landesarchiv – persönlich wollte er davon nichts mehr davon wissen.


Ausstellung „Vorarlberger Landessymbole” vom 17. März bis 9. April 2004, Landhaus-Foyer Bregenz, Eintritt frei, www.landesarchiv.at


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