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Vorarlberg: Institut für Sozialdienste verzehnfacht Stammkapital

Noch bevor Martina Gasser die Geschäftsführung des IfS von Stefan Allgäuer übernimmt, stockt das Institut sein Stammkapital auf.
Noch bevor Martina Gasser die Geschäftsführung des IfS von Stefan Allgäuer übernimmt, stockt das Institut sein Stammkapital auf. ©ifs
Beim Institut für Sozialdienste (IfS) ist es in den Sommermonaten 2018 zu einer Kapitalerhöhung in Millionenhöhe gekommen.

So wurde das Stammkapital der gGmbH von vormals rund 363.300 Euro auf jetzt 3,5 Millionen Euro erhöht, was einer Erhöhung um mehr als 3,1 Millionen Euro entspricht. Die Kapitalerhöhung erfolgte aus Gesellschaftsmitteln des Sozialunternehmens, wie Recherchen der Wirtschaftspresseagentur.com ergeben haben. Vor der Kapitalerhöhung wies die IfS gGmbH für das Geschäftsjahr 2017 Gewinnrücklagen von beinahe 6,4 Millionen Euro auf. Dazu kommen nicht gebundene Kapitalrücklagen von 665.000 Euro.

Zusammenführung von Teilbetrieben

Der Grund für diese Kapitalerhöhung liegt nach Angaben des IfS in einer internen Reorganisation von drei zuvor eigenständigen IfS-Teilbetrieben, die seit Mitte der 1990er-Jahre tätig sind. So wurden per 30. September 2017, rückwirkend per 1. Jänner 2017, die ifs Schuldenberatung gGmbH und die ifs Familienarbeit gGmbH sowie die ifs gGmbH zu einem Unternehmen zusammengeführt respektive auf letztgenanntes Unternehmen verschmolzen. Daraus entstanden ist diese ‘neue’ Institut für Sozialdienste IfS Gemeinnützige GmbH.

Kapitalerhöhung

Wie es vonseiten des IfS heißt, sei diese Verschmelzung das Ergebnis eines internen Organisationsentwicklungsprozesses. Das IfS sei damit auch einer Empfehlung des Landesrechnungshofes gefolgt. In Zusammenhang mit dieser Zusammenführung der drei Teilbetriebe hätten sich die Aufsichtsgremien mit der Frage auseinandergesetzt, wie hoch “vernünftigerweise” das Eigenkapital einer solchen gGmbH sein sollte. Denn die bisherige Bemessung stammte aus dem Jahr 1994.

Nach Rücksprache mit Wirtschaftsprüfern, Juristen und einem Vergleich mit ähnlichen Unternehmen habe man sich auf eine Größenordnung von bis zu 20 Prozent des Umsatzes verständigt. Schlussendlich beschlossen worden sei eine Erhöhung des Stammkapitals auf die genannten 3,5 Millionen Euro, was etwa zehn Prozent der Umsätze entspreche.

Im Zuge der Reorganisation sind gemäß Jahresbericht 2017 auch Strukturen gestrafft und Aufgaben gebündelt worden. Dabei seien die Aufgaben des IfS in vier thematischen Geschäftsfeldern gebündelt worden. Dazu gehören die Regionale Sozialberatung, Fachberatung, Kinder-, Jugend- und Familiendienste sowie Inklusion und Selbstbestimmung.

Personalaufwand

Im Geschäftsjahr 2017 hat das IfS mehr als 36.000 Personen in den verschiedenen Bereichen betreut. Die finanziellen Mittel für die Hilfestellungen, auf welche IfS-Klienten (überwiegend) einen Rechtsanspruch haben, stammen vom Sozialfonds des Landes Vorarlberg und von diversen Ministerien. Im Jahr 2017 kam die ifs gGmbH auf einen Personalaufwand von mehr als 23,4 Millionen Euro. Zum Jahreswechsel 2018/19 übernimmt Martina Gasser die Geschäftsführung von Stefan Allgäuer, der nach 36 Jahren in den Ruhestand tritt.

(wpa)

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