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Volksanwalt fordert Verbesserungen bei 24-Stunden-Pflege

Günther Kräuter für einheitliche Kriterien
Günther Kräuter für einheitliche Kriterien ©APA (Archiv)
Verbesserungen bei der 24-Stunden-Betreuung Pflegebedürftiger zu Hause fordert Volksanwalt Günther Kräuter. Er plädierte am Dienstag für einheitliche Qualitätskriterien für die 763 in Österreich tätigten Vermittlungsagenturen, verstärkte Kontrollen und eine bessere Finanzierung. Auch über mangelnde Qualifikation der Pflegekräfte und Vernachlässigungen bis hin zu Übergriffen berichtete Kräuter.

Kräuter berichtete auf der einen Seite über Klagen an die Volksanwaltschaft, dass die 24-Stunden-Betreuung weitgehend ohne Kontrolle erfolge. Auf der anderen Seite würden aber auch die großteils weiblichen Pflegekräfte oft unter falschen Voraussetzungen nach Österreich gelockt und von den Agenturen ausgenutzt, so Kräuter. Anja Silberbauer, Geschäftsführerin der “Harmony & Care GmbH”, verwies auf einen Schwarzmarkt mit gefälschten Pflegezertifikaten, die eine Ausbildung bescheinigen, in Österreich aber nicht entsprechend kontrolliert werden.

Auch unangekündigte Überprüfungen

Der Volksanwalt forderte verbindliche Qualitätskriterien für die Agenturen. Diese sollten etwa die Ausbildung, das Sprachniveau oder die Arbeitsbedingungen regeln. Außerdem tritt Kräuter für intensivere Kontrollen ein. So sollte es auch unangekündigte Überprüfungen im Bereich der 24-Stunden Betreuung geben, diese könnten auch von Hausärzten oder der Patientenanwaltschaft organisiert und an die Förderung und das Pflegegeld gekoppelt werden. Auch den Pflegefonds würde der Volksanwalt an Qualitätskriterien knüpfen. Schließlich bekräftigte Kräuter auch die Forderung nach einer jährlichen Valorisierung des Pflegegeldes, das seit Einführung bereits einen Wertverlust von mehr als 30 Prozent erlitten hat.

Ranking zur Bewertung mobiler Dienste

Um den Pflegebedürftigen einen besseren Überblick über die Agenturen und deren Angebote zu geben, traten sowohl Silberbauer als auch der Soziologe Franz Kolland für mehr Transparenz ein. Silberbauer plädierte für ein Ranking zur Bewertung mobiler Dienste und eine staatlich geführte Datenbank. Kolland betonte, dass Pflege und Betreuung nicht allein auf staatliche Basis möglich sei. Der Altersexperte trat für einen “Wohlfahrtsmix” ein, für ein Zusammenspiel von Staat, sozialen Dienstleistern und Unternehmen, den Angehörigen und den alten Menschen selbst.

Mehr Individualisierung

Sowohl Silberbauer als auch Kolland plädierten für mehr Individualisierung, auf der Patienten- wie auch auf der Betreuerseite. Die Menschen wollten sich ihre Wohn- und Betreuungsform aussuchen könne. Der Altersexperte forderte eine weitere Differenzierung der Pflegeformen und den Ausbau alternativer Wohnformen. Die Geschäftsführerin von “Harmony & Care” hat mit ihrer Firma unter wissenschaftlicher Begleitung ein System entwickelt, mit dem Pflegepersonal und pflegebedürftige Personen ideal aufeinander abgestimmt werden können.

Diakonie-Direktor Michael Chalupka forderte in einer Aussendung einen Umbau des Pflegesystems und seiner Finanzierung, um künftig leistbare und gute Pflege möglich zu machen. Neben Geldleistungen brauche es Investitionen in ein breiteres und größeres Dienstleistungsangebot, um die Pflegelücke tatsächlich zu schließen.

SPÖ-Pensionistenverband fordert “Betreuungs-Führerschein”

Der SPÖ-Pensionistenverband verlangte in einer Aussendung einen verpflichtenden “Betreuungs-Führerschein”. Dieser solle die Lizenz für eine geförderte Beschäftigung in der 24-Stunden-Betreuung darstellen, meinte Generalsekretär Andreas Wohlmuth. Grundlage dafür solle der von Kolland ausgearbeitete Katalog von Qualitätskriterien sein. Die Kosten dieses Betreuungs-Führerscheins, der in Österreich zu absolvieren sei, sollten die Vermittlungs-Agenturen tragen.

(APA)

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