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"Vogelgrippe ist nicht im April vorbei"

Norbert Greber sitzt in seinem Büro in der Bregenzer Römerstraße. Der Raum ist schmucklos, doch Zeichnungen von Grebers Kindern retten das Flair des Zimmers.

„Den schwarzen Igel in der Mitte habe ich verkehrt rum aufgehängt“, lacht der Schwarzacher. Da hat er beim letzten Besuch seiner Tochter bereits Schelte bezogen.

Krisenplan griffbereit

Im Job des Tierseuchenbeauftragten Vorarlbergs gibt es dagegen momentan nichts zu lachen. Ein recht dickes Heft mit dem angsteinflößenden Titel „Krisenplan für aviäre Influenza und Newcastle Disease“ liegt auf seinem Schreibtisch ganz oben. Angst vor dem „Tag X“, an dem sich das Mödlinger Labor mit einem positiven Vogelgrippe-Testergebnis am Telefon meldet, hat er nicht. „WennÑs kommt, dann kommtÑs“, sagt er nüchtern. „Sollten wir einen H5N1-Vogel finden, wäre auch das keine dramatische Verschärfung der Situation. Richtig heiß wird es erst, wenn Stallgeflügel infiziert wird. Der Betrieb müsste isoliert und alle dortigen Hennen getötet werden“, so Greber. Erst dann rücke die Gefährdung von Menschen in den Bereich der Möglichkeiten. „Und auch in diesem Fall sind in erster Linie nur diejenigen gefährdet, die in die infizierten Betriebe rein müssen.“

Vorbereitungen laufen

Es klopft an Grebers Bürotür. Ein Helfer, der im Rheindelta tote Vögel einsammelt, holt Schutzanzüge und Gesichtsmasken ab. Auch die Feuerwehren des Landes werden ab sofort eingebunden. „Die werden im Ernstfall Seuchenteppiche legen, um Autos zu desinfizieren“, lässt sich Greber in die Karten blicken. Eines ist klar: Die Verantwortlichen wissen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis hier H5N1 bei Wildvögeln nachgewiesen wird.

Seine berufliche Aufgabe sieht Greber als Schadensbegrenzer: „Wenn Tierseuchen kommen, helfen die Amtstierärzte den Betroffenen.“ Es gehe als Veterinär nicht nur darum, kranke Tiere gesund zu machen, sondern auch darum sicherzustellen, dass die menschliche Gesundheit erhalten bleibe.

Privat ist Vogelgrippe für den Familienvater, der gemeinsam mit seinen vier Kindern in zweiter Ehe lebt, kein Thema. „Wir haben zwar auch Haustiere. Aber Katzen sind gegen Vogelgrippe immun, können nicht infiziert werden.“ Auch für seinen Hund und die Hasen der Kinder sieht er kein Risiko. Für seine Familie ohnehin nicht. Nicht einmal Tamiflu zur Influenza-Behandlung hat er zu Hause. „Meine Frau hat zwar eine Schachtel bestellt, aber nachdem es in der Apotheke hieß, die Lieferzeit betrage ein Jahr, haben wir es wieder abbestellt“, so Greber.

„Nicht abgeschlossen“

Die Vogelgrippe wird Vorarlberg noch länger beschäftigen, lautet die wenig erbauliche Prognose des Amtstierarztes: „Das Thema ist nicht am 30. April abgeschlossen, wenn die aktuellen Verordnungen auslaufen und die Zugvögel durchgezogen sind. Wir werden uns an die Vogelgrippe gewöhnen müssen, dann und wann wird man einen infizierten Vogel finden.“

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