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Vater wegen angeblicher Kindesmisshandlung vor Gericht

Kindesmisshandlung oder Scheidungskrieg? Diese Frage stellt sich vor dem Landesgericht.
Kindesmisshandlung oder Scheidungskrieg? Diese Frage stellt sich vor dem Landesgericht. ©VOL.AT/Hofmeister
Ein 42-jähriger, mehrfacher Familienvater musste sich am Dienstag unter anderem wegen Kindesmisshandlung vor dem Landesgericht Feldkirch verantworten. Der Arbeiter wird beschuldigt, zwei seiner Kinder über Jahre hinweg gequält, gedemütigt und unter Druck gesetzt zu haben. Der Prozess wurde vertagt.

Seinen heute 17-jährigen Sohn soll er seit dem 4. Lebensjahr regelmäßig geohrfeigt haben. Zudem habe er den Buben am Hals gepackt, gewürgt, am Ohr gerissen und mit dem Gürtel auf den nackten Hintern geschlagen. Die Liste der angeblich brutalen Übergriffe lässt sich noch lange fortsetzen. Tritte mit Stahlkappenschuhen, ein Stich mit der Gabel in die Hand und andere Grausamkeiten.

Laut Staatsanwaltschaft soll auch der heute 14-jährige Bruder über sechs Jahre lang Opfer der Gewalt geworden sein: Schläge mit einem Holzscheit und Drohungen, er komme in ein Heim.

Verteidigung kontert: Scheidungskrieg

Verteidiger Franz-Josef Giesinger vertritt den Angeklagten. Der Anwalt wies darauf hin, dass keine der Verletzungen dokumentiert sei. Im März 2012 habe sein Mandant die Scheidung eingereicht, weil die Frau des Beschuldigten bereits zuvor aus der Wohnung ausgezogen sei. Im Zusammenhang mit den Gewaltvorwürfen steht ein hässlicher Scheidungskrieg, in den mehrere Familienmitglieder der Ehepartner involviert sind.

Immer wieder gab es Anzeigen, die Kinder seien zu Falschaussagen angestiftet worden und ähnliches. Ein Betretungsverbot gegen die Frau wurde laut Giesinger ausgesprochen, acht verschiedene Verfahren wurden im Zuge der Trennung seitdem geführt. Die Frage, ob der Vater seine Buben wirklich schwer misshandelt hat oder die Vorwürfe allenfalls einen ganz anderen Hintergrund haben, stand im Mittelpunkt des Verfahrens.

Richter sieht Widersprüche

Nachdem der 42-jährige Beschuldigte beteuerte, dass er seine Kinder niemals grob misshandelt hat, wurde die Mutter der Kinder einvernommen. Hier ortete Richter Norbert Melter etliche Widersprüche und machte die Frau darauf aufmerksam, dass sie sich unter Umständen mit schuldig gemacht habe, wenn sie 12 Jahre lang zugesehen habe, wie ihr Mann die Kinder halb tot prügelt und dennoch nichts unternahm, um die Gewalt abzustellen.

Prozess vertagt

Die Frau erzählte den Tränen nahe, dass sie unter großem Druck gestanden habe und ihr damaliger Mann versprochen habe, dass das Ganze aufhöre. „Wir haben da nicht viel, aber wir werden alle Zeugen hören und uns danach ein Urteil bilden”, erklärte Melter. Auch für den Vorsitzenden ist ersichtlich, dass der Scheidungskrieg zwischen den Ehepartnern in diesem Verfahren eine bedeutende Rolle spielen dürfte. Der Prozess wurde vertagt. (VOL.AT/Christiane Eckert)

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