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Unwetter treffen Vorarlberg

Nach dem Schneechaos muss sich Vorarlberg erneut auf Regen, Sturm und Schnee einrichten. Verantwortlich ist dieses Mal das Sturmtief "Bente". Schneelastkarte[425 KB] | Wetterradar

Höchste Warnstufe

Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) jedenfalls löste für die Bezirke Bludenz und Bregenz die höchste Unwetterwarnstufe aus – laut Warnskala „extreme Wetterereignisse”, die etwa einmal jährlich passieren.

Bis Donnerstagmittag wurden für den Bezirk Bludenz verbreitet 40 bis 70 cm Neuschnee vohergesagt. „Unterhalb 1200 Metern Seehöhe werden die Niederschläge allerdings als Regen niedergehen, wir erwarten in den Weststaulagen 40 bis 70 Millimeter”, schildert Arnold Tschofen vom Bregenzer Wetterdienst. Im Rheintal seien es immerhin bis 35 Millimeter.

Der Schwerpunkt der Niederschläge wurde für die Nacht auf Donnerstag angekündigt. Dazu kommt starker Wind, der im hochalpinen Bereich auch Orkanstärke erreichen kann. „Die Böen könnten vor allem im Bodenseeraum mit bis zu 60 km/h bis ins Tal durchgreifen”, so Tschofen. Bis zu den Mittagsstunden erwarten die Wetterexperten eine Beruhigung der akuten Wettersituation.

Überflutungen möglich

„Kleinere Ereignisse wie die Überflutung von Kellern oder das Übergehen kleinerer Bäche sind möglich”, so Unwetter-Experte Dr. Karl Gabl vom Innsbrucker Wetterdienst. Den ersten Einsatz leistete die Feuerwehr am Mittwochabend in Götzis, wo das Wasser in einer Unterführung abgepumpt werden musste. Die Bregenzer Ache und andere große Flüsse seien aber nicht hochwassergefährdet, „denn die Niederschläge sind von kurzer Dauer und der Schnee wirkt wie ein Schwamm”.

Nasser Schnee könnte aber auf den Dächern dafür sorgen, dass mancherorts die statischen Baunormwerte für Dachlasten erreicht werden. „Unter 200 Kilogramm Last pro Quadratmeter dürfte aber dank des einkalkulierten Sicherheitspolsters kein Dachstuhl im Rheintal nachgeben”, beruhigt Gabl. Wenn alles richtig gebaut sei, dürfte also „nichts passieren”.

Heli kam verspätet

Mit einem Tag Verspätung ist am Mittwochvormittag auch der Bundesheerhubschrauber des Typs Agusta-Bell 212 in der Bludescher Walgaukaserne eingetroffen. Die Landeswarnzentrale forderte das Fluggerät bereits am Montag an, um die Evakuierung bzw. Versorgung von Bergdörfern auch bei Lawinensperren sicherzustellen. Für den Donnerstag wurde mit Lawinenstufe 4 gerechnet. „Ursprünglich wurde der Helikopter bereits Dienstagnachmittag erwartet, die Witterung hat eine Überstellung erst gestern zugelassen”, so Militärkommandant Gottfried Schröckenfuchs. Bereits im Dezember verzögerte sich die Überstellung eines Heereshelikopters um drei Tage, da keine Überfluggenehmigung für Deutschland vorlag und das Wetter einen Flug über den Arlberg unmöglich machte. Vorarlberg ist das einzige Bundesland, das Heeres-Hubschrauber bei drohender Gefahr bereits im Vorfeld anfordern kann.

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