Unwetter halten Ostösterreich weiter in Atem

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Nur kurz durften die Ostösterreicher am Dienstag durchatmen, doch für die Abendstunden waren erneut heftige Niederschläge und Sturmböen prognostiziert.
Hochwasser weiter akut

Während etwa in Seibersdorf (NÖ) am Montag in einer halben Stunde mehr Regen gefallen war wie normal in einem ganzen Monat, gingen die Aufräumarbeiten unvermindert weiter. Niederösterreich hat bereits Zwischenbilanz gezogen: Die Fluten richteten bisher einen Schaden von 60 Mio. Euro an.

“Ein Regenguss wie in den Tropen”. Meteorologe Gerhard Hohenwarter von der ZAMG in Wien traute seinen Augen nicht. 72 Liter Regen sind am gestrigen Montag in der niederösterreichischen Gemeinde Seibersdorf gefallen – in nur 30 Minuten. “Das war in einer halben Stunde mehr, als es hier normalerweise im ganzen Juli regnet.” Zum Vergleich: Das 30-jährige Mittel für die NÖ Landeshauptstadt beträgt 88,1 Liter – für den gesamten Juli.

Auch in St. Pölten sind noch nie zuvor derart große Regenmengen in so kurzer Zeit gemessen worden wie gestern, Montag. Das Ausmaß des Hochwassers kommt laut Rathaus einem Jahrhundertereignis gleich, der Grundwasserspiegel hat einen historischen Höchststand erreicht. Noch könne es keine Entwarnung geben, die Gefahr sei nicht gebannt, wurde am Dienstag auf die Wetterprognosen verwiesen. Das Bundesheer stand im Dauereinsatz, die Landesregierung hat die Katastrophenmittel von 2,5 auf zehn Millionen Euro aufgestockt.

Unverändert kritisch blieb die Hochwasser-Situation in der Steiermark: In 70 Gemeinden herrschte immer noch Katastrophenalarm. Die meisten davon liegen in den oststeirischen Bezirken Feldbach und Fürstenfeld, wo der Boden zum Teil bis zu sechs Meter tief aufgeweicht sei, erklärte Josef Reinprecht als Sprecher der Landeswarnzentrale. Am Montag haben Unwetter im Raum Deutschlandsberg wieder zu Hangrutschungen und überfluteten Keller geführt.

Seit rund zwei Wochen herrscht in 55 Feldbacher und in 13 von 14 Fürstenfelder Gemeinden der Ausnahmezustand. Laut Reinprecht könne jedes Gewitter zu weiteren Rutschungen führen, weshalb der Katastrophenalarm vor dem Hintergrund der anhaltend unsicheren Wetterlage zumindest bis zum Ende der Woche aufrecht bleiben dürfte. Die Hoffnung: Nur drei Tage ohne Regen und dafür mit sommerlichen Temperaturen könnten den Boden wieder auftrocknen lassen.

Hochwasserschäden hat auch der Bezirk Güssing davongetragen: 18 Betriebe wurden beträchtlich, weitere 47 etwas weniger heftig in Mitleidenschaft gezogen. Die am stärksten betroffenen Unternehmen erhalten als Soforthilfe Geld aus dem Hilfsfonds der Wirtschaftskammer und der Sozialversicherung der Gewerblichen Wirtschaft. Insgesamt stehen 130.000 Euro zur Verfügung. Die Schäden reichen von überfluteten Kellern über kaputte Büroeinrichtungen bis hin zu zerstörten Warenlagern.

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