Ungewohnte Allianz von ÖH und Uniko

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Zu einer ungewöhnlichen Allianz ist es im Streit um das Uni-Budget gekom­men: Universitätenkonferenz (uniko) und Österreichische Hochschüler­schaft (ÖH) haben heute erstmals zu einer gemeinsamen Pressekonferenz geladen.

Anlass war der Start einer laut uniko “bisher einmaligen Aktion”, in deren Rahmen seit Donnerstagnacht alle knapp 300.000 Universitätsangehörigen per Mail über die “aktuellen Probleme der Hochschulfinanzierung” informiert wurden.

Mit dieser Informationskampagne wollen uniko und ÖH Studenten und Uni-Mitarbeiter zum aktiven Eintreten für ein höheres Budget motivieren. “Es entsteht nämlich die Tendenz, das nur als Forderung der uniko und nicht als bildungspolitisches Anliegen zu sehen”, so der uniko-Vorsitzende Christoph Badelt. Man habe sich bewusst vor der Präsentation der Budgetzahlen zu dieser Aktion entscheiden, “weil es um Bewusstseinsschaffung geht”. Die ÖH wolle die Studenten “zu Zivilcourage beim Thema Hochschulfinanzierung aufrufen”, so der ÖH-Vorsitzende Samir Al-Mobayyed (VP-nahe AktionsGemeinschaft). Schließlich würden diese schon jetzt unter den schlechten Betreuungsverhältnissen, zu wenig Seminarangeboten, alten Labors und Lehrmitteln und den sich daraus ergebenden Studienverzögerungen leiden.

Laut Badelt bräuchten die Unis 400 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr, dazu noch den Ersatz der entfallenen Studiengebühren von 150 Millionen – das entspräche einer Erhöhung um 23 Prozent. Sollte Wissenschaftsminister Johannes Hahn (V), der zuletzt eine Steigerung im “zweistelligen Prozentbereich” angekündigt hat, zehn Prozent gemeint haben, hieße dies abzüglich des Studiengebührenersatzes (entspricht sieben Prozent des Uni-Budgets) eine Anhebung von drei Prozent. “Dabei bräuchte es zehn Prozent allein nur zur Inflationsabgeltung”, kritisierte Badelt. Für Al-Mobayyed wäre ein tatsächliches Budgetplus im einstelligen Prozentbereich bei einem gleichzeitigen Anstieg der Studentenzahlen von acht Prozent ein “Armutszeichen”.

Von einem Streikaufruf der Rektoren zur Durchsetzung ihrer Forderungen, wie ihn der frühere ÖVP-Wissenschaftsminister und nunmehrige Fachhochschulrektor Erhard Busek gefordert hat, hält Badelt vorerst nichts. “Es gehört nicht zum guten Stil, schon zu drohen, noch bevor man miteinander geredet hat.” Auch wenn die Budgetzahlen tatsächlich den Befürchtungen der uniko entsprechen sollten, will Badelt “radikale Maßnahmen immer als letzte ergreifen.” Auch Al-Mobayyed will seine “letzte Schusswaffe” aufheben, bis die Zahlen bekannt sind.

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