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UN-Konferenz: Mehr Rechte für Mädchen

Ein 16 Jahre altes Mädchen aus Nepal schildert unter Tränen die harte Arbeit in einer Streichholzfabrik. Eine 18-jährige Jordanierin berichtet über Gewalt gegen Mädchen.

Eine ehemalige Kindersoldatin aus dem Kongo, gerade 15 Jahre alt, erzählt weinend eine Schreckensgeschichte von langjähriger sexueller Ausbeutung. Dies sind Schicksale, die in vielen Teilen der Welt jeden Tag aufs Neue anzutreffen sind.

Rund 200 junge Mädchen waren dieser Tage zu einer Konferenz der UN-Frauenrechtskommission nach New York eingeladen, um über ihr Leben unter widrigsten Bedingungen zu berichten. Viele von ihnen kamen bei dieser Veranstaltung zum Weltfrauentag immer wieder auf leidvolle bis grausame Erfahrungen zu sprechen: das Verbot, eine Schule zu besuchen, Kinderarbeit, Menschenhandel, Vergewaltigung, Zwangsprostitution und Aids.

Sunita Tamang aus Nepal hatte eine klare Botschaft an die Regierungen der Welt: Wenn Kinder schon arbeiten müssten, was schlimm genug sei, dann sollten sie zumindest parallel dazu eine freie Schulbildung erhalten. Und vor allem Mädchen müssten hierbei unterstützt werden. In vielen Teilen der Welt, so auch in ihrem Heimatland, herrsche immer noch die Ansicht vor, dass gebildete Mädchen einer Familie nur Schande brächten.

Vormittags Schule, nachmittags arbeiten

Tamang musste schon früh arbeiten, weil ihre allein erziehende Mutter kein Geld hatte, um die Kinder zu ernähren. Die heute 16-Jährige hatte jedoch das Glück, dass das Kinderhilfswerk UNICEF in ihrer Nähe ein Unterrichtsprojekt startete. So konnte sie vormittags zur Schule gehen und nachmittags in der Streichholzfabrik arbeiten. Tamang hat sich jetzt mit anderen Jugendlichen zusammengeschlossen, um für bessere Bildungschancen in Nepal zu kämpfen.

An einer ähnlichen Kampagne in Jordanien ist die Studentin Golfidan Khader Al Abassi beteiligt. „Ich hoffe, dass Mädchen in Kürze dieselben Möglichkeiten haben wie Jungen“, sagt die 18-Jährige. „Mädchen haben ein ungeheures Potenzial. Wenn man ihnen nur die Chance gäbe, sich zu behaupten, dann würden sie Enormes leisten.“ Davon will Al Abassi ihre Landsleute und die ganze Welt überzeugen.

Die 15-jährige Madeleine, die aus Angst vor ihren früheren Peinigern ihren Nachnamen nicht nennen will, hat von allen Teilnehmerinnen der UN-Konferenz das wohl grausamste Schicksal hinter sich. Als Elfjährige wurde sie von der Mai-Mai-Miliz im Osten des Kongos als Kindersoldatin rekrutiert. Sie musste an der Front kämpfen und den Milizführern zugleich als Sexsklavin zur Verfügung stehen. An die Weltgemeinschaft hat sie vor allem eine Forderung – die Verantwortlichen vor dem Internationalen Strafgerichtshof zur Rechenschaft zu ziehen.

Positive Beispiele

Dass es mitunter auch Positives über das Schicksal von Mädchen in Dritte-Welt-Ländern zu berichten gibt, zeigt das Beispiel von Chinyanta Chimba aus Sambia. Ihre alleinerziehende Mutter war entschlossen, ihrer Tochter einen Schulbesuch zu ermöglichen, selbst wenn sie dafür hungern musste. Die heute 17-Jährige ist jetzt Präsidentin einer Schülergruppe zur Förderung der Bildungschancen von Mädchen und organisiert Fortbildungsprogramme.

Unter anderem wollen Chimba und ihre Freundinnen die sexuelle Aufklärung verbessern, um der Ausbreitung von Aids in Sambia entgegen zu wirken. Ferner geht es ihnen darum, die traditionellen Vorurteile gegen Mädchen und Frauen abzubauen und den Ausbruch aus Rollenklischees zu ermöglichen. „Mädchen sollen wissen, dass sie Rechte haben, und es ist an der Zeit, dass alle jungen Mädchen aufstehen und sich Gehör verschaffen“, sagt die engagierte 17-Jährige.

Für ihr eigenes Leben hat sich Chimba zwei Ziele gesetzt: „Zuerst will ich Ärztin werden, und später will ich dann der erste weibliche Generalsekretär der Vereinten Nationen sein.“

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