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Österreichs Jugend - Gierig nach Beziehungen

Familie, Partner bzw. Partnerin und Freunde - die "Beziehungsgier der österreichischen Jugendlichen ist enorm hoch", dies ist eine fixe Konstante in deren Wertewelt.

Dagegen wird die traditionelle Politik als immer unwichtiger eingestuft, die Bedeutung der Arbeit hat hingegen deutlich zugelegt, hieß es heute, Dienstag, bei der Präsentation der Studie “Lieben – Leisten – Hoffen” in Wien.

Einerseits gibt es laut Ingrid Kromer vom Österreichischen Institut für Jugendforschung für “die” Jugend nicht, sie sei zu bunt, individuell und inhomogen, sie lasse sich nicht kategorisieren – andererseits hat die Sozialwissenschafterin mit Christian Friesl und Regina Polak genau das gemacht und die 16- bis 24-Jährigen in sechs Wertetypen eingeteilt: Das reicht von der mit 28 Prozent größten Gruppe, den “unentschiedenen Optimisten”, die vor allem das persönliche Lebensglück in den Mittelpunkt stellen, politisch uninteressiert sind, aber vermehrt fremdenfeindlichen Positionen zustimmen, bis zu den “resignierten Skeptikern”. Diese zehn Prozent, mit einem besonders besonders hohen Anteil von Muslimen, lehnen nahezu alles ab, fühlen sich von der Gesellschaft nicht ernst genommen und haben Angst vor der Zukunft.

Eine Enttäuschung für alle Feministinnen dürfte sein, dass für viele Heranwachsende die Familienarbeit weiterhin Frauensache ist: Im Haushalt helfen zwar 35 Prozent der Mädchen, aber nur 15 Prozent der Burschen mit. Dass sich Frauen besser im Beruf als in der Rolle als Mutter und Hausfrau verwirklichen können, meinen zwar 70 Prozent der Mädchen, aber nur 57 Prozent der Burschen. Mit 74 zu 43 Prozent fällt die Antwort auf die Frage aus, ob Frauen vermehrt etwas in der Politik zu sagen haben sollten, so Kromer.

Die Analyse der Jugend-Wertestudie behandelt den Bereich 1990 bis 2006 – vor allem im Bereich der Spiritualität bietet sie auch einen genaueren zeitlichen Vergleich: Der Anteil jener, die den Lebensbereich Religion für sehr wichtig halten, hat sich seit 2000 auf elf Prozent verdoppelt. Andererseits gab es auch einen signifikanten Zuwachs jener, die sie für überhaupt nicht wichtig halten. Kirchgänger sind nur mehr vier Prozent der Jugendlichen.

Angesichts des bevorstehenden Urnengangs und dem gesenkten Wahlalter stellt sich die Frage nach dem politischen Interesse der Jugendlichen. Kromer ortet einen deutlichen Rückgang bei traditionellen Formen wie Demonstrationen oder Unterschriftenlisten. Dies sei den Youngstern “zu blöd” und sie würden sich anderen politischen Räumen zuwenden. Welche dies sein könnten, wusste die Sozialwissenschafterin – bis auf den vagen Hinweis auf das Internet – aber nicht zu konkretisieren.

Laut Polak ist die Einstellung der Jugendlichen generell ein Spiegelbild der Werte der Erwachsenen: “Wie es die Alten sungen, so pfeifen es die Jungen.” Damit wird auch den Älteren kein gutes Zeugnis ausgestellt, dass die Zustimmung zur Aussage “Man sollte einen starken Mann haben, der sich nicht um ein Parlament und Wahlen kümmern muss” mittlerweile 37 Prozent beträgt, im Jahr 2000 waren es “nur” 26 gewesen.

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