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Österreichs Filmwirtschaft will mehr Geld und Förderungen

Über kaum ein anderes Thema ist in den kulturpolitischen Debatten der vergangenen Monate mehr gesprochen worden als über den österreichischen Film und seine künftige Dotierung. Die Kulturpolitik von Morgen trägt viele Forderungen mit sich.

Abgesehen davon, dass die geforderten 20 Mio. Euro als Jahresbudget des Österreichischen Filminstituts (ÖFI) noch lange nicht ausgemachte Sache sind, gibt es seitens der Filmwirtschaft auch abseits des Geldes durchaus Wünsche an die nächste Regierung bzw. den nächsten Nationalrat.
Sieben Fragen hat die “Initiative Film TV”, in der von der Austrian Directors’ Association (ADA) bis zum Verband Österreichischer FilmschauspielerInnen (VÖFS) alle wesentlichen Interessenverbände der Branche vertreten sind, im Sommer an die Partei-Obmänner übermittelt. Die teils recht umfangreichen Antworten, die auf der Website http://www.initiativefilmtv.at nachzulesen sind, seien sogar “teilweise zufriedenstellend”, meint Allegro Film-Produzent Helmut Grasser, der stellvertretende Obmann des Produzentenverbandes Film Austria, im Gespräch mit der APA.

Keine Contentabgabe

Die Einführung einer Contentabgabe wie in Ländern wie Frankreich, Deutschland oder Polen und wie sie zuletzt auch für Österreich diskutiert wurde, dürfte dagegen vom Tisch sein. Lediglich die FPÖ und – unter der Bedingung der “Zweckgebundenheit” – auch das LIF sind noch dafür. Für die SPÖ “überwiegen die Nachteile”, stattdessen erachtet man “direkte Förderungen, etwa eine Aufstockung der Fernsehfilmförderung” als zielführender. Auch ÖVP und Grüne sind gegen eine Content Abgabe.

Vorbild Deutschland

Für Grasser ist Deutschland ein Vorbild: “Die Deutschen haben beinahe keine Arbeitslosigkeit in der Filmbranche.” Mit der Contentabgabe, die von der deutschen Filmförderungsanstalt eingehoben wird, gelinge es, viele hoch qualifizierte Arbeitskräfte zu schaffen. Während ein Rabattmodell nach deutschem Vorbild derzeit – auch angesichts noch zu wenig weitreichender Erfahrungen beim Nachbarn – kaum durchsetzbar scheint, wird die Forderung, steuerliche Anreize für Film-Investitionen zu schaffen, von den Parteien überwiegend unterstützt. Auch ÖFI-Chef Roland Teichmann hielte dies neben zusätzlichen Standortmaßnahmen für einen wichtigen Teil einer dringend notwendigen “gesamthaften Strategie für den österreichischen Film”.

Forderung nach Änderung des Filmförderungsgesetzes

Die Erhöhung der Mittel des Fernsehfonds Austria steht dabei ebenso zur Debatte wie die Idee, verpflichtend 25 Prozent des Programmentgelts im ORF für österreichisches Filmschaffen bereitzustellen. Doch auch einer Änderung des Filmförderungsgesetzes könnte Teichmann einiges abgewinnen, zumal er es in vielen Punkten für nicht mehr zeitgemäß hält: “Das Filmförderungsgesetz ist derzeit absolut überreglementiert. Es gehört abgeschlankt und ausgelüftet. Damit wäre allen gedient.” Teichmanns Devise: “Mit mehr Flexibilität dynamisieren!” Eine Punkt der früheren Debatten ist jedoch, so versichert der ÖFI-Chef, mittlerweile abgehakt. Die Frage, ob nun eher der Kunstfilm oder der kommerziell erfolgreiche Film gefördert werden soll, sei eine “Steinzeitdiskussion” und längst vorbei. “Das ist nicht mehr das Thema. Es geht um Qualität und Vielfalt. Es geht ums Überleben.”

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