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Sensationelle Schmetterlingsvielfalt

Erstaunliche Ergebnisse brachte ein von der „inatura“ initiiertes Innsbrucker Forschungsprojekt über die Schmetterlings-bestände der Kanisfluh im nördlichen Bregenzerwald.

Beinahe 1.000 Schmetterlingsarten – darunter zwei Neufunde für Österreich – wurden auf dem markanten Vorarlberger Bergstock nachgewiesen, ist einem Zwischenbericht von „inatura“ zu entnehmen.

Erstmals überhaupt, so Georg Friebe von „inatura“ Dornbirn, wird hier ein Nordalpengipfel auf seine komplette Schmetterlingsfauna untersucht. Insgesamt wurden bereits mehr als 930 Arten nachgewiesen und die tatsächlichen Artenzahlen werden auf deutlich mehr als 1.000 geschätzt. Projektleiter Peter Huemer vom Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum ist neben der Artenfülle auch von der extrem großen Individuendichte begeistert: „Bedingt durch günstige Witterung konnten in einer einzigen Nacht 302 Arten in mehreren Tausend Exemplaren registriert werden, ein für die Nordalpen einmaliges Ergebnis“.

Unter den Artenbeständen der Kanisfluh finden sich 156 Vertreter, die auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Besonders bemerkenswert ist laut Huemer das Vorkommen von fünf durch EU-Gesetze besonders geschützte Arten. Es handelt sich dabei um Apollofalter, Schwarzen Apollo, Skabiosenscheckenfalter, Schwarzgefleckter Bläuling und Spanische Flagge. Alle treten auf den Südhängen der Kanisfluh gemeinsam auf. Huemer: „Dem Gebiet kommt somit internationale Bedeutung zu“.

Die mit 2.307 Schmetterlingsarten schon bisher als vielfältig geltende Fauna Vorarlbergs wird durch die Entdeckungen im Bregenzerwald weitere 13 Neufunde bereichert. Zwei Arten waren bisher überhaupt in Österreich unbekannt. Beide gehören zur Familie der Wickler und besitzen laut Huemer im Gebiet der Kanisfluh die südlichsten Vorkommen Europas: Eucosma scorzonerana ist eine bisher nur aus Skandinavien bekannte Art, Lobesia virulenta wurde erst 1991 aus Japan beschrieben und kürzlich auch in Nordeuropa entdeckt.

Das Forschungsprojekt von „inatura“ und Ferdinandeum untermauert die Bedeutung des Gebiets Kanisfluh als Rückzugsraum für seltene und gefährdete Schmetterlingsarten. Verantwortlich für die reiche Fauna sei der geringe Nutzungsdruck durch Land- und Forstwirtschaft, aber auch mäßige touristische Erschließung. Die langfristige Bewahrung der Artenvielfalt unter Beiziehung der heimischen Bevölkerung ist nun eines der wesentlichen Anliegen der Forscher.


Informationen bei Dr. J. Georg Friebe, inatura – Erlebnis Naturschau Dornbirn, Jahngasse 9, A-6850 Dornbirn; http://inatura.at; http://bestiarium.net; oder Dr. Peter Huemer, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Museumstraße 15 A – 6020 Innsbruck Tel. 0512 – 59489 – 413 oder 0650 – 4424528; E-mail:p.huemer@tiroler-landesmuseum.at. Fotos unter http://inatura.at/presse/gem

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