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"Rechte Jungs" im Fürstentum

Vaduz (FL) – 30 bis 40 gewaltbereite Personen sind bekannt. Der Großteil der Bevölkerung lehnt Extremisten ab.

Rechtsextreme in Liechtenstein sind in der Regel beruflich und sozial gut integrierte Leute. Dies zeigen die Ergebnisse der neuen, am Montag in Vaduz präsentierten Studie. Die Mitglieder der rechten Szene seien im Fürstentum, im Unterschied zu Neonazis in anderen Ländern, beruflich und sozial meist gut integriert, lautet eine Kernaussage der von der Fachhochschule Nordwestschweiz verfassten Studie.

Heimat und Identität

Zwei wesentliche Motive für rechtsextremistische Handlungen konnten festgestellt werden: Erstens ein starkes Heimatgefühl, zweitens die Angst, die nationale Identität durch Einwanderung und Überfremdung zu verlieren. Ziel der Studie war es, den Rechtsextremismus im liechtensteinischen Umfeld zu beleuchten und die Motive und Beweggründe von politisch rechts orientierten jungen Menschen zu eruieren. Nicht untersucht wurde die zahlenmäßige Verbreitung der Neonazis.

Selbstbewusster

Die Liechtensteiner Polizei schätzt den harten Kern der rechten Szene im Fürstentum nach wie vor auf 30 bis 40 gewaltbereite Personen. Die Zahl der Delikte hat zwar abgenommen. Die Szene ist aber laut Liechtensteiner Kripo-Chef Jules Hoch insoweit stärker geworden, als Rechtsradikale selbstbewusster auftreten als früher. Der Großteil der Liechtensteiner Bevölkerung lehnt den Rechtsextremismus ab. Festgestellt wurde jedoch auch eine ungenügende Reaktion seitens der Bevölkerung auf Vorfälle im Zusammenhang mit Rechtsradikalen. Die Regierung berät unter anderem darüber, Präventionsangebote und Aussteigehilfe für Rechtsradikale zu institutionalisieren.

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