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Pakistan: Fundamentalisten zerstören TV-Geräte

Hunderte fundamentalistische Moslems haben in Nordwestpakistans rund 20 Fernsehgeräte verbrannt. Wie die Polizei am Samstag mitteilte, hatte zuvor ein Geistlicher Fernsehen zur Sünde erklärt.

Die Menge versammelte sich nach dem Freitagsgebet in einem Park im Bezirk Charsadda der Provinz North Western Frontier nahe der Grenze zu Afghanistan. Nach Augenzeugenberichten überschütteten die Menschen die Fernsehgeräte mit Benzin und zündeten sie unter „Allahu-Akbar“ („Gott ist der Größte“)-Rufen an.

Laut dem örtlichen Polizeichef Muhammad Iqbal folgten die Leute einem religiösen Befehl. Ein Mullah hatte im Radio erklärt, Fernsehen sei eine Sünde. Zugleich hatte der Geistliche zum „Jihad“ (Heiliger Krieg) gegen Vulgarität und Obszönität aufgerufen.

Die fundamentalistischen Moslems protestierten zugleich gegen die von Präsident Pervez Musharraf angeordneten Verhaftungen von rund 800 Extremisten nach den Attentaten von London. Der Abgeordnete Maulana Gohar Shah sprach vor der Menge von einer „Verschwörung der Ungläubigen“.

Einem pakistanischen Journalisten zufolge hatte vor einigen Tagen ein einflussreicher lokaler Religionsgelehrter, Abdullah Shah, auf Anfrage von Gläubigen in einem Gutachten erklärt, Fernsehen sei mit dem Islam nicht vereinbar.

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