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Nach Spielunfall Fingerglied wieder angenäht

Beim Benützen eines defekten Spielkarussells in Furx ist der 11-jährigen Catherine ein Fingerglied abgetrennt worden. Sie wurde mittlerweile im LKH Feldkirch erfolgreich operiert.

Es ist Weißer Sonntag. Erstkommunion in Furx. Nach der Kirche geht es mit der Familie zu Kuchen und Kaffee ins Gasthaus. Den Kindern wird es schnell zu fad, sie wollen lieber draußen spielen. Die elfjährige Catherine turnt mit anderen Kindern auf dem Drehkarussell herum.

Plötzlich bricht ein Provisorium bei der Antriebsachse. Die Elfjährige will den fehlenden Bolzen durch ein Holzstück ersetzen, als das Karussell in Schwung kommt. Dabei wird dem Kind ein Fingerglied abgetrennt. Die Kleine wird mit dem Hubschrauber sofort ins Spital nach Feldkirch gefl ogen. Dort kann ihr das abgetrennte Fingerglied wieder angenäht werden. Obwohl es nach Aussage des behandelnden Arztes noch unklar ist, ob der Finger der jungen Patientin wieder voll funktionstüchtig wird, ist ihre Mutter erleichtert: „Meiner Tochter geht es wieder besser. Am Sonntag war es dagegen noch ganz schlimm.“ Sie glaubt, dass Catherine noch mindestens zwei Tage im Spital bleiben muss. Der Betreiber wird unterdessen wegen fahrlässiger Körperverletzung angezeigt.

Privatmann oder Gemeinde

In Furx herrscht noch Unklarheit darüber, ob der Platz privat betrieben wird oder der Gemeinde zuzurechnen ist: „Der Besitzer ist ein Privater, die Gemeinde hat den Spielplatz aber mitfi nanziert. Er wird auch öffentlich genützt. Über die Instandhaltung gibt es nur eine mündliche Vereinbarung“, sagt Bürgermeister Josef Mathis, der den Vorfall zutiefst bedauert. Der Spielplatz wurde im Mai 2001 das letzte Mal vom TÜV geprüft.

Prüfung keine Pflicht

„Wir hatten damals Mängel festgestellt. Diese wurden aber allesamt behoben“, sagt Prüfer Manfred Huber-Schiefer. „Leider ist es keine Pflicht, dass die Betreiber regelmäßig ihre Spielplätze kontrollieren lassen müssen. Nur elf von 96 Gemeinden sehen darin eine Notwendigkeit. Zwölf weitere greifen auf eine TÜVPrüfung in besonderen Fällen zurück. Im Falle des Unfall-Spielplatzes betont der Privatbesitzer gegenüber der NEUE, habe man Áim eigenen InteresseÑ wöchentlich Kontrollen durchgeführt und etwaige Mängel behoben.

Wie es dennoch zu dem tragischen Zwischenfall am Wochenende kommen konnte, kann sich der Privatbesitzer nicht erklären. Manfred Huber-Schiefer vom TÜV schließt dagegen einen Vandalenakt nicht aus.

In Vorarlberg werden vom TÜV jährlich 900 Spielplätze auf ihre Sicherheit geprüft. Trotzdem verletzen sich dort pro Jahr im Ländle rund 350 Kinder. Bereits im März hatte die NEUE das Thema aufgegiffen und ausführlich über den Zustand unserer Spielplätze berichtet.

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