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Milliardenschäden für US-Farmer erwartet

Die amerikanischen Farmer und Rindfleischproduzenten müssen wegen des ersten in den USA entdeckten BSE-infizierten Rinds mit Milliardenverlusten rechnen.

Die Lebendviehpreise sind unter starken Druck gekommen. Die Aktien von großen Fleischproduzenten wie Tyson Foods sind deutlich gefallen.

An der Warenterminbörse Chicago Mercantile Exchange (CME), wo der Terminhandel mit Lebendrindern stattfindet, ist der Februarkontrakt am Freitag um drei Cent oder 3,4 Prozent auf 86,175 Cent je Pound (450 Gramm) gefallen. Der täglich zulässige Preisabschlag war an der CME auf drei Cent verdoppelt worden, um der starken Verkaufswelle gerecht zu werden. Die Warenterminbörse hat ihr zulässiges tägliches Abschlagslimit für Montag und Dienstag in Erwartung weiterer Verkäufe sogar auf fünf Cent erhöht.

Japan, Mexiko und Südkorea, die rund 90 Prozent der amerikanischen Rindfleischexporte abnehmen, haben ihre Rindfleischimporte aus den Vereinigten Staaten eingestellt. Viele andere Länder folgten diesem Beispiel.

Die USA exportierten in diesem Jahr Rindfleisch im Wert von rund 3,6 Milliarden Dollar, berichtete der zuständige Fachverband der amerikanischen Viehfarmer nach Angaben der US-Wirtschaftsagentur „Bloomberg“. Die gesamten Rind- und Kalbfleischausfuhren hatten 2002 nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums 2,25 Milliarden Pfund erreicht oder neun Prozent der Gesamtproduktion.

US-Agrarmarktexperten rechnen wegen des Verlusts der Exportmärkte mit weiteren deutlichen Lebendvieh- und Fleischpreis-Rückschlägen. Dieses Fleisch muss jetzt im heimischen Markt untergebracht werden. Die US-Terminpreise waren seit Beginn des amerikanischen Einfuhrverbots für kanadische Rinder am 20. Mai um 25 Prozent in die Höhe geschossen. In Kanada hatte ein BSE-Fall katastrophale Folgen für die Farmer gehabt.

Viel hängt für die amerikanischen Bauern, Fleischverarbeiter und Schnellrestaurantketten in den kommenden Wochen und Monaten auch davon ab, ob und in welchem Umfang die US-Konsumenten ihren Rind- und Kalbfleischverbrauch reduzieren werden.

Die weltgrößte Hamburger-Restaurantkette McDonald’s versicherte am Samstag, es habe keinen Verkaufsrückgang gegeben. Die McDonald’s-Aktien haben sich am Freitag leicht erholt und sind um 0,54 Prozent auf 24,09 Dollar gestiegen. Sie hatten am Mittwoch zunächst erhebliche Kursverluste verbucht. Der Aktienkurs des weltgrößten Fleischproduzenten Tyson Foods ist am Freitag hingegen weiter um 2,4 Prozent auf 12,59 Dollar gefallen, nachdem der Aktienkurs am Mittwoch um 7,7 Prozent eingebrochen war.

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