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Mehr Übergewichtige in EU als in USA

In der EU haben mittlerweile mehr Menschen Übergewicht als in den USA. Zwar ist der Bevölkerungsanteil der Übergewichtigen in der EU immer noch geringer als in den USA.

In den USA sind schon zwei von drei Menschen zu schwer. In absoluten Zahlen gibt es in der EU aber mittlerweile schon 204 Millionen Übergewichtige – verglichen mit 130 Millionen übergewichtigen US-Amerikanern. So betrachtet sei die Situation in Europa schon schlimmer als in Übersee, sagte Gesundheitskommissar Markos Kyprianou am Freitag vor Journalisten nach einer Konferenz mit US-Experten in Brüssel.

Kyprianou sprach von der größten „Gesundheitsgefahr im 21 Jahrhundert“. Pro Jahr kämen in der EU 400.000 übergewichtige Kinder dazu. In den USA habe sich der Anteil der übergewichtigen Kinder in den vergangenen vierzig Jahren von fünf auf 20 Prozent vervierfacht.

Die Kommission will jetzt mit neuen Gesetzen dem Trend gegensteuern. Es gebe bereits Gespräche mit Agrarkommissarin Marian Fischer Boel, wie man Obst und Gemüse billiger machen könne, sagte Kyprianou. Außerdem überlegt die EU ein Verbot für zuckerhaltige Getränke in Schulen. In Frankreich gilt in Schulen bereits ein generelles Automaten-Verbot. Selbst der US-Bundesstaat hat den Verkauf von Soft-Drinks in öffentlichen Schulen untersagt.

Darüber hinaus will die EU-Kommission die bereits 16 Jahre alten Kennzeichnungsbestimmungen für Lebensmittel für Angaben über Nährwerte und Inhaltsstoffe überarbeiten. Neue Auflagen für gesundheitsbezogene Verpackungsangaben und Mineralien und Vitamine in Lebensmitteln sollen bereits Anfang nächster Woche im EU-Parlament beschlossen werden.

Österreichs Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat will Zucker aus der Babynahrung verbannen. In fast allen im Supermarkt erhältlichen Babynahrungsmitteln sei heute Zucker enthalten, kritisierte Rauch-Kallat bei den US-EU-Beratungen zum Kampf gegen Übergewicht in Brüssel. Die Gesundheitsministerin, die derzeit den Vorsitz im europäischen Rat hält, appellierte daher an die Industrie, auf zuckerfreie Babynahrung umzustellen.

Gleichzeitig begrüßte das Gesundheitsministerium die Verbannung von stark zuckerhältigen Getränken aus Schulen. „Das ist sicher ein Ziel“, sagte der Sprecher Rauch-Kallats auf APA-Anfrage. Unabhängig von einem möglichen künftigen EU-Gesetz appelliere man aber schon jetzt an Direktoren und Eltern innerhalb der Schulgemeinschaft für den Austausch von Getränkeautomaten gegen Wasserspender zu sorgen. Einige Schulen hätten dies bereits von sich aus gemacht, betonte der Sprecher.

Frankreich hatte im Vorjahr – entgegen heftiges Lobbying aus der Nahrungsmittelindustrie – ein Verbot für sämtliche Automaten mit süßen Leckereien für zwischendurch, Chips und Limonaden in Schulen durchgesetzt. Heuer sollen Hersteller von Süßigkeiten gezwungen werden, bei der Werbung für ihre Produkte „Gesundheitshinweise“ zu geben, wie sie unübersehbar auf jedem Päckchen Zigaretten als Warnung („Rauchen tötet“) prangen. Das entsprechende Gesetz liegt derzeit aber noch im Parlament.

In Österreich ist es laut Rauch-Kallat vor allem das traditionsbewusste und kalorienreiche Essen, das für Übergewicht sorgt. Beispielsweise werden in Österreich pro Kopf und Monat fünf kg Schweinefleisch verbraucht. Mit Kampagnen in der Schule soll daher der Gemüsekonsum erhöht werden. Außerdem habe man für Tagesschulen eigene Kochbücher ausgegeben, hieß es aus dem Gesundheitsministerium.

Nach letzten EU-Vergleichsdaten waren in Österreich zuletzt 50 Prozent der Männer und 41 Prozent der Frauen übergewichtig. Der durchschnittliche Fettverzehr liegt derzeit zwischen 35 und 40 Prozent der Gesamtenergiezufuhr. Demgegenüber machen derzeit 60 Prozent der Österreicher keinen oder nur sehr wenig Sport (maximal ein bis zwei Mal pro Monat) und nur 18 Prozent drei Mal wöchentlich oder öfters.

Daher sollen auch die Lebensgewohnheiten der Bevölkerung geändert werden. Die EU-Kommission will dafür Anfang 2007 einen umfassenden Aktionsplan vorlegen. Auch die österreichische Initiative gegen zuckerhaltige Babynahrung deckt sich mit den EU-Bestrebungen. EU-Kommissar Markos Kyprianou will noch vor dem Sommer eine Liste jener Unternehmen vorlegen, die sich freiwillig bereit erklärt haben, ihre Lebensmittel gesünder zu machen und Druck auf jene ausüben, die sich noch dagegen sperren.

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