Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Mangel an Licht kann aufs Gemüt drücken

Das Licht ist eine Quelle des Lebens und der Freude. Fehlt es bzw. gibt es davon zu wenig, können Menschen depressiv werden. Im lichtarmen Winter kommt es daher oft zu Depressionen.

Drei bis fünf Prozent aller bekannten Depressionen sind Winterdepressionen. Seasonal affective disorder (saisonale Gemütsstörung), oder kurz sad (=traurig) wurden sie von einem amerikanischen Wissenschafter genannt. „Bei einer typischen Winterdepression findet medizinisch gesehen eine Überproduktion des Hormons Melatonin statt. Diese wird hervorgerufen durch einen Mangel an Licht”, erklärt Experte Prim. Dr. Albert Lingg vom Landeskrankenhaus Rankweil. Die Steuerung der Symptome passiert in der Zirbeldrüse, welche der Philosoph Descartes einmal als „Sitz der Seele” bezeichnete.

Eindeutige Symptome
Die Symptome einer Winterdepression sind mannigfaltig. Der Patient kann ein außergewöhnliches Schlafbedürfnis empfinden, esssüchtig werden bzw. in einen depressiven Zustand verfallen. Was kann man gegen Winterdepressionen tun? „Es empfiehlt sich eine Lichttherapie”, rät Prim. Dr. Lingg. Im Rankweiler Landeskrankenhaus gehen daher jeden Winter buchstäblich die Lichter aus. „Die Patienten holen in der dunklen Jahreszeit bei uns Lampen und bringen sie an Ostern wieder zurück.” In diesem Zusammenhang warnt Dr. Lingg vor der Verwendung untauglicher Geräte. „Viele dieser angebotenen Lampen verfügen entweder nicht über die notwendige Lux-Stärke oder sie geben gefährliche UV-Strahlen von sich. Wer eine Lampe verwendet, sollte diese auf alle Fälle vom Arzt überprüfen lassen.”

Auch Bewegung hilft
Eine gewisse Menge Licht könne man sich aber auch in der Natur holen. „Dazu etwas Bewegung – und es kann einem schon viel besser gehen. Selbst bei Nebel bekommt man eine Portion Licht”, so Dr. Lingg. Viele Menschen würden im Winter kaum mehr mit Licht in Berührung kommen. „Vom Bett in die Tiefgarage, danach ins Auto und hinein in ein Büro. Und schließlich alles wieder retour. So schaut der Alltag bei vielen aus.”

Die „Lichtdusche”
Aufgrund der klimatischen Bedingungen ist es nicht verwunderlich, dass Winterdepression eigentlich nur in der nördlichen Hemisphäre vorkommt. Speziell in Skandinavien leiden viele Menschen unter Lichtmangel. „Nicht umsonst gibt es zum Beispiel in Finnland Cafes, wo überall Funzeln angebracht sind. Da findet dann eine permanente Lichtdusche statt”, weiß Dr. Lingg. „Insgesamt”, so der Primar, „muss sich der Mensch halt zugestehen, selbst in unserer hoch technisierten Welt doch mehr unter dem Einfluss der Natur zu stehen, als er es wahrhaben will.”

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • Mangel an Licht kann aufs Gemüt drücken
  • Kommentare
    Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.