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VN-Interview: mit Veronika Hofer Regisseurin der Luschnouar Bühne

Veronika Hofer ist die Regisseurin des Erfolgsstücks
Veronika Hofer ist die Regisseurin des Erfolgsstücks ©Veronika Hofer
Veronika Hofer bedient keines der üblichen Künstlerklischees, Arroganz braucht Sie nicht.

Lustenau. Sie ist bescheiden und macht ihre Arbeit mit Hingabe. Das Ergebnis sind Inszenierungen, die oft eine Poesie in sich tragen, dass man sie sich gleich mehrmals anschauen möchte. Veronika Hofer schenkt den Theaterbesuchern das, was sonst so oft nur dem Kino gelingt: eine gut erzählte Geschichte. Die VN-Heimat traf die Regisseurin zum Interview.

Die Vorstellungen von “Erbo kann (nid) jeda” sind stets ausverkauft. Wie erklären Sie sich diesen großartigen Erfolg?
Veronika Hofer: Stücke im Lustenauer Dialekt sind immer sehr gefragt. Unser Publikum liebt es, wenn die Leute auf der Bühne sprechen, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Der Ansturm bei Mundartstücken ist jedes Mal so groß.

Wie verliefen die Proben zu diesem Bühnenstück?
Veronika Hofer:
Schon im Frühjahr mußten wir die Aufführungstermine für November festlegen, da wir den Saal früh genug zu reservieren hatten. Im Mai habe ich das Stück in vielen Stunden überarbeitet (im Original sind viele Zoten enthalten und die Darsteller gehen sehr grob miteinander um, das habe ich alles “entschärft”) und in den Dialekt übersetzt. Dann haben wir während der Sommerferien jede Woche einmal geprobt und ab September zwei- bis dreimal pro Woche. Die Proben verliefen ganz normal – man muß sich so ein Theaterstück wirklich erarbeiten. Aber es ist immer wieder schön zu sehen, wie sich die Szenen entwickeln. Vor allem hatten wir trotz der Anstrengung auch sehr viel Spaß dabei.

Nach welchen Kriterien suchten Sie die Besetzung der Rollen aus?
Veronika Hofer:
Ich hatte das Glück, das ich die Spieler schon aussuchen konnte, bevor ich das Stück in Arbeit nahm. Natürlich ist die Auswahl bei einer Amateurtheatergruppe nicht besonders groß. Ein paar von uns sind inzwischen in Pension, die meisten jedoch berufstätig. Man muß sich vorstellen, daß ein Amateurtheaterspieler abends nach einem anstrengenden Arbeitstag noch zwei Stunden konzentriert proben muß. Und es bleibt nicht bei den Proben allein. Auch alles andere Drumherum müssen die Darsteller bewerkstelligen. So haben zwei unserer Hauptdarsteller viele Stunden an den Kulissen gearbeitet. Wir müssen Kostüme aussuchen und anprobieren, uns um die Werbung kümmern u.v.m. Nur für den Kartenvorverkauf, die Bühnentechnik und die Masken haben wir eigene Leute. Da ich unsere Darsteller gut kenne, wußte ich, wer in welche Rolle passt und ich denke, daß die Besetzung ausgezeichnet geglückt ist.

Welche Hindernisse, welche Widerstände mußten Sie bei diesem Theaterstück überwinden?
Veronika Hofer:
Das erste Hindernis war überwunden, als wir nach langem Suchen endlich ein Stück gefunden hatten. Das Schwierigste war das Bühnenbild, da wir unmittelbar neben der Bühne keinen Raum mehr zur Verfügung haben. Alles, was wir auf der Bühne für die Aufführung benötigen, muß dort Platz haben. Auch können wir keine Kulissen mehr am Boden befestigen, da der Bühnenboden abgesenkt werden kann und zugleich Saalboden ist. Wir können nur noch Stücke spielen, in denen keine aufwendigen Bühnenbilder notwendig sind.

Wie haben sich die Schauspieler auf die einzelnen Szenen vorbereitet?
Veronika Hofer:
Das läuft bei uns immer so ab, daß zuerst eine Leseprobe stattfindet. Die zweite Probe nennen wir “Stellprobe”. Da werden die Gänge einstudiert. Dann heißt es für die Darsteller “Text lernen” und in zahlreichen Proben wird Szene für Szene erarbeitet. Auf seine Rolle bereitet sich jeder auf seine eigene Art vor. Der eine findet gleich hinein, der andere braucht etwas länger.

Sie sind seit der Gründung (1983) Mitglied des Theatervereins Luschnouar Bühne. Inwiefern hat sich das Theater für Sie seither verändert?
Veronika Hofer:
Für mich hat es sich insofern verändert, als daß ich früher unbekümmerter an alles herangegangen bin. Man hat sich gar nicht so viele Gedanken gemacht und einfach nach Gefühl gearbeitet. Inzwischen bin ich selbst anspruchsvoller geworden, habe viel dazugelernt und ich denke, daß auch das Publikum größere Ansprüche stellt.

Was würde es bedeuten, wenn sich eine Gesellschaft kein öffentliches Theater mehr leistet?
Veronika Hofer:
Diese Frage würde ich gerne mit einer Gegenfrage beantworten: Was würde es für die Gesellschaft bedeuten, wenn sich niemand mehr bereit erklären würde für eine Theaterproduktion mindestens 100 Freizeitstunden ehrenamtlich zu opfern?

Welche Projekte stehen als nächstes auf der Agenda?
Veronika Hofer:
Da die Arbeit in unserem Verein (wie bei den meisten Vereinen) immer an den gleichen Leuten hängen bleibt, können wir nicht weit voraus planen. Wir sind froh, daß wir wieder eine erfolgreiche Produktion über die Bühne gebracht haben und hoffen, im nächsten Jahr wieder ein gutes Stück zu finden und ein Team zusammenstellen zu können.

Vielen Dank für das ausführliche Gespräch und weiterhin viel Erfolg.

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