Kritik an EU-Kampagne wächst

Gabi Sprickler-Falschlunger (SPÖ) kritisiert die EU-Kampagne von Land, WKÖ und IV.
Gabi Sprickler-Falschlunger (SPÖ) kritisiert die EU-Kampagne von Land, WKÖ und IV. ©VN/Lerch
Die SPÖ kritisiert die gemeinsame EU-Kampagne von Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung und Land unter dem Titel „Wir sind Europa“.
Gewerkschaft: Wer ist denn Europa?
Wirtschaft und Land: Wir sind Europa

„Wenn sich drei Körperschaften zusammentun, in denen die ÖVP überall dominiert, ist Vorsicht angebracht“, warnt SPÖ-Landesvorsitzende Gabi Sprickler-Falschlunger.Ein näherer Blick auf die Inhalte bestätigen sie darin: „Bei diesem Projekt handelt es sich um nichts anderes als eine propagandistische Jubelkampagne im Sinne der Wirtschaft. Die Sonderinteressen von Unternehmern werden als Interessen der Allgemeinheit präsentiert. Das ist ein klarer Versuch von tendenziöser Indoktrinierung an Schulen“, so die Sozialdemokratin.

Keine Ausgewogene Information

Wäre man an ausgewogener Information interessiert gewesen, hätte man Arbeiterkammer oder ÖGB einbinden müssen. Nur so wäre gewährleistet, einen umfassenden Blick auf Europa zu bekommen. „Bei diesem Veranstaltungsdesign besteht die Gefahr, dass Verschlechterungen wie der 12-Stunden-Arbeitstag oder der Freihandelsvertrag CETA als gegebene Notwendigkeiten präsentiert werden“, so Gabi Sprickler-Falschlunger. Hier wird den Schülern nicht Europa präsentiert, sondern das Europa der Unternehmer und Konzerne.

Hat ÖVP nichts gelernt?

Ärgerlich sei diese Vorgehensweise vor allem deshalb, weil die ÖVP offenbar nichts aus den eigenen Fehlern gelernt hat. „Noch im letzten Jahr hat der Landesschulrat Schüler vom Unterricht befreit, um einer Veranstaltung der ÖVP-nahen Schülerunion mit dem damaligen ÖVP-Minister Sebastian Kurz beiwohnen zu können. Nachdem das zu Recht von allen Seiten heftig kritisiert wurde, hätte man annehmen müssen, die ÖVP hat aus diesem Fehler gelernt. Tendenziöse parteipolitische Propaganda hat an Schulen nichts verloren!“, stellt Sprickler-Falschlunger fest.

Sie fordert sowohl Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink als auch Landeshauptmann Markus Wallner zu einer Stellungnahme auf. „Ich erwarte mir, dass das abgestellt wird. Derartige Veranstaltungen haben an unseren Schulen nichts verloren!“, so die rote Landeschefin.

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