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Katastrophe knapp verhindert

Am Samstag Nachmittag wäre es im Langener Tunnel auf der S 16 fast zu einer Katastrophe gekommen: Der Fahrer eines Schweizer Reisebusses verlor am Steuer das Bewusstsein.

Der Fahrer hatte einen Herzinfarkt erlitten. Nur durch das beherzte und schnelle Eingreifen eines Bus-Insassen konnte ein schwerer Unfall verhindert werden. „Der Busfahrer ist leider an seinem Herzinfarkt im Krankenhaus Bludenz verstorben, aber es hätten durch einen Unfall im Tunnel weit mehr Menschen sterben können, bei diesem Vorfall war unwahrscheinliches Glück dabei“, hieß es von Seiten der Autobahnpolizei Bürs.

Der Mann, der Schlimmes verhindert hat, heißt Dr. Elgar Fleisch, ist Universitätsprofessor in St. Gallen und bekannt im Ländle vom Musikduo „Fleisch & Fleisch“. Der gebürtige Bregenzer und 13 Mitarbeiter von der Universiät St. Gallen waren gerade auf der Rückfahrt von einem Skitag in Lech. „Wir waren den ganzen Tag Skifahren, hatten einen sehr schönen Tag und haben uns dann um ca. 16 Uhr mit dem gemieteten Bus auf den Heimweg gemacht“, berichtet Elgar Fleisch im „VN“-Interview.

Fahrer bewusstlos

Gegen 17 Uhr erleidet der 57 Jahre alte Buslenker in dem 2,2 Kilometer langen Tunnel plötzlich einen Herzinfarkt. Er bricht bewusstlos über dem Lenkrad zusammen, während der große Reisebus etwa mit 60 km/h auf dem abschüssigen Straßenstück unterwegs ist. „Für uns gab es vorher keine Anzeichen, dass mit dem Fahrer etwas nicht stimmt, man hat nicht gemerkt, ob es ihm schlecht geht, der Infarkt muss ganz plötzlich gekommen sein“, so Fleisch weiter. Während sich die Teilnehmer des Skitags noch angeregt unterhalten, bahnt sich eine Katastrophe an: der Bus rast führerlos durch den Tunnel: „Wir haben gemerkt, dass der Bus plötzlich an die linke Tunnelwand schrammt, Funken flogen und da haben wir realisiert, dass mit dem Fahrer etwas nicht stimmt“, schildert der Universitätsprofessor.

Der Bus rammt die Tunnelwand, ein Mercedes mit einem deutschen Fahrer gerät zwischen Wand und Bus, wird eingequetscht. Der Mercedes-Fahrer bremst und kann sich so aus der gefährlichen Umklammerung befreien, er bleibt unverletzt. Hinter dem Fahrzeug hupen andere Autolenker, wollen so auf die gefährliche Situation aufmerksam machen. Im Bus behält Elgar Fleisch die Nerven: „Ich bin nach vorne gerannt, habe auf die Bremse getreten und ganz langsam nach rechts gelenkt.“ Fleisch kann den Bus stoppen und hält schräg an der rechten Tunnelwand. Der Lenker liegt bewusstlos über dem Steuer. Zwei Mitarbeiter der Uni positionieren den Mann in der stabilen Seitenlage, die Rettung wird verständigt. „Man hat sofort mit der Reanimation begonnen, doch leider konnte man dem Buslenker nicht mehr helfen“, heißt es von Seiten der Polizei.

Für die Schweizer wurde ein Ersatzbus organisiert. „Wir standen alle unter Schock, haben am Abend erst langsam begriffen, was für ein Riesenglück wir hatten“, so Elgar Fleisch.

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