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Jugendliche nicht politikverdrossen

Österreich - Die Jugend ist definitiv nicht politikverdrossen. Zu diesem Schluss kommt der Politologe Peter Filzmaier in einer Studie mit dem Titel "Jugend und politische Bildung".

Das Klischee der politikverdrossenen Jugend „stimmt definitiv nicht“. Zu diesem Schluss kommt der Politologe Peter Filzmaier in einer Studie mit dem Titel „Jugend und politische Bildung“, die er am Dienstag zusammen mit Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) und Wissenschaftsminister Johannes Hahn (V) in einer Pressekonferenz präsentierte. Kernaussage der Befragungen unter den 14 bis 24-Jährigen: Jugendliche zeigen nicht nur Interesse an Politik und die Bereitschaft sich politisch zu beteiligen, sie wünschen sich mehr demokratische Bildung.

Für 48 Prozent der Befragten ist Politik demnach in Zukunft „eher wichtig“, für 12 Prozent „sehr“. 64 Prozent sind außerdem der Meinung, dass im Bereich der Demokratievermittlung an Schulen und Universitäten zu wenig getan wird. 71 Prozent haben sich für ein eigenes Unterrichtsfach „Demokratielernen“ ausgesprochen. Weitere Ergebnisse: die Demokratiezufriedenheit der Befragten ist mit 69 Prozent hoch. „Bemerkenswert“ sind für Filzmaier die Themenwünsche der Jugendlichen: So meinten 44 Prozent, dass im Bereich Gleichbehandlung von Mann und Frau mehr getan werden müsste. An zweiter Stelle steht die Integration von Ausländern. Abgeschlagen rangiert das Thema EU und Europa.

Primäre Informationsquelle zu Demokratie und Politik sind derzeit die Massenmedien, erklärte Filzmaier. So haben 75 Prozent angegeben, ihr politisches Wissen aus den Medien zu beziehen.

Jeder Fünfte präferiere einen „starken Mann“ in der Politik. „Die Autoritätsgläubigkeit“, so Filzmaier, „sinkt mit zunehmenden Demokratiebewusstsein“. Dies sei ein Grund mehr, den Stellenwert von politischer Bildung zu forcieren.

Die beiden Minister erklärten, diesen Erkenntnissen Rechnung tragen zu wollen. So kündigte Hahn an, die Einrichtung eines Lehrstuhls für die besondere Didaktik in der Politischen Bildung „an zumindest einer Universität“ anregen zu wollen. Außerdem wolle er das für Jugendliche relevante „E-Voting“ forcieren. Schmied wird als ersten konkreten Schritt das Fach politische Bildung an den pädagogischen Hochschulen verankern. Ein klares Bekenntnis zu der Einführung von politischer Bildung als Pflichtgegenstand an der AHS gab es von Schmied hingegen nicht. Sie verwies darauf, dass man hier zuerst verschiedene Varianten prüfen müsse – also etwa auch ein Kombinationsfach mit Sozialkunde – und erst dann eine Bewertung vorgenommen werden könne.

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