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„Jede Frau hat so ein Luder im Freundeskreis!“

WANN & WO sprach mit den Autorinnen Kera Jung und Christine Troy.
WANN & WO sprach mit den Autorinnen Kera Jung und Christine Troy. ©MiK
In „Wicked Play: Abandoned“ geht es um eine Dreiecksbeziehung, Liebe und Verrat. W&W sprach mit den Autorinnen.

Kürzlich erschien der zweite Teil der Buchserie „Wicked Play“. Darin geht es um zwei Freundinnen, die sich in denselben Mann verlieben – bei einer von ihnen stimmt das zumindest. Ashley ist ein Mauerblümchen, 25 Jahre alt und hatte noch nie eine ernsthafte Beziehung oder Sex. Tiffany hingegen ist hübsch, extrovertiert und alles im Leben fliegt ihr einfach so zu. Die beiden sind seit der Schulzeit beste Freundinnen, doch als der attraktive Liam in das Leben der jungen Frauen tritt, ändert sich das schlagartig. Ashley kommt dem schönen Mann näher, was Tiffany scheinbar nicht auf sich sitzen lassen kann. Im ersten Teil von „Wicked Play“ angelt sich die Schöne das Objekt ihrer Begierde, woran die langjährige Freundschaft der beiden Frauen zerbricht. W&W traf die beiden Autorinnen in der Götzner Buchhandlung Brunner. Christine Troy aus Götzis hat sich für den Roman spontan mit ihrer deutschen Kollegin Kera Jung zusammengetan, die beim Schreiben auch auf eigene Erfahrungen zurückgreifen konnte, welche sie selbst als Jugendliche gemacht hat.

„Böse sein macht Spaß“

„Mit 15 Jahren hat mir eine Freundin, die ähnlich ist wie Tiffany, meinen Freund nicht gegönnt, was schlussendlich zu einem ziemlichen Fiasko geführt hat. Ich glaube, fast jede Frau hat so ein Luder im Freundeskreis“, ist Kera überzeugt. „Heute habe ich keinen Kontakt mehr zu ihr, aber wie man hört, geht es ihr nicht so gut wie mir. Ich habe Familie und bin sehr glücklich. Karma is a bitch!“ Aus diesem Grund haben sich die beiden jungen Autorinnen dazu entschieden, über eben Frauen einen Roman zu schreiben, denen das Schicksal anderer egal ist. „Ich habe dabei den Part von Tiffany geschrieben – böse sein macht schon Spaß“, gibt Kera zu.

„Durchs Leben lächeln“

„Manchmal ist die Figur von Tiffany ziemlich überzogen, aber wie wir aus Leserreaktionen wissen, ist es offenbar nicht zu viel“, sagt Christine. „Sie ist eine Parodie auf solche Menschen, die extrem selbstbewusst sind und sich – bewusst oder unbewusst – einfach nicht um das Schicksal von anderen scheren. Die Frage ist allerdings, ob man sein Glück auf dem Unglück anderer aufbauen kann. Sich so durchs Leben zu lächeln, funktioniert nicht ewig“, sind die beiden Autorinnen überzeugt.

Schlussstrich

Ashley zieht am Ende des ersten Teils einen Schlussstrich und zieht von Florida nach New York. „Dort hat sie ein neues Leben. Es ist nicht perfekt, aber sie kann mit dem Geschehenen abschließen“, sagt Kera. „Tiffany und Liam geht es aber anders. Das schlechte Gewissen plagt sie und sie wollen Ashley besuchen, um es zu erleichtern. Das Paar muss feststellen, dass durch das Wegziehen von Tiffanys bester Freundin eine Lücke bleibt, die allgegenwärtig ist. Sie sind die Verlassenen in ,Wicked Play: Abandoned‘, aber auch Ashley entdeckt ihre dunkle Seite.“

Interview mit Michaela Moosmann, Verein Amazone

WAS TUN, WENN SICH ZWEI IN DEN SELBEN VERLIEBEN?

„Das ist grundsätzlich nichts Ungewöhnliches. Der Umgang mit dieser Situation ist für die Freundschaft entscheidend. Man sollte schnell und ehrlich über seine Gefühle und Ängste sprechen, bevor die Lage eskaliert und Emotionen hochkochen. Die beiden können diskutieren, ob sie für ihre Freundschaft die Finger vom ,Objekt der Begierde‘ lassen oder wie sie sonst damit umgehen. Es liegt aber nicht in der Macht der beiden Verliebten, ob es zu einer Beziehung kommt, oder nicht.“

KANN MAN MIT SO EINER BEZIEHUNG GLÜCKLICH SEIN?

„Es kann niemand ausgespannt werden, der sich nicht darauf einlässt. Viele Paare lernen sich aber kennen, während sie noch in anderen Beziehungen sind. Das stellt für alle Beteiligten eine große emotionale Herausforderung dar und ist mit vielen Ängsten und Verletzungen verbunden. Eine offene Kommunikation ist das Einzige, das hilfreich sein kann.“

WO FINDEN JUNGE MENSCHEN IN SO EINEM FALL HILFE?

„Es ist immer sehr verletzend, wenn die Person, für die man Gefühle hat, sich nicht für einen entscheidet. Doppelt schwer wiegt es, wenn ein Freund oder eine Freundin mit dieser Person zusammen kommt. Das Gefühl, gleich von zwei wichtigen Menschen enttäuscht worden zu sein nagt am eigenen Selbstwert. Es kann auch hilfreich sein, mit einer neutralen Fachperson darüber zu sprechen. In der Mädchenberatung des Vereins Amazone können Mädchen und junge Frauen bis 25 professionell an die Verarbeitung solcher Traumata herangehen.“

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