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Israel: Doppelagent "übergelaufen"?

Der angeblich zu den USA übergelaufene frühere iranische Vize-Verteidigungsminister General Alireza Asghari könnte nach Geheimdienst-Einschätzungen ein Doppelagent sein.

Der frühere Iran-Experte des US-Geheimdienstes CIA Reuel Gerecht sagte der französischen Zeitung „Le Figaro“ (Dienstag-Ausgabe): „Wir sind noch nicht sicher, ob es sich um ein Überlaufen handelt.“ Manche angeblichen Überläufer seien Doppelagenten. Man müsse ihre Motive und den Wert ihrer Informationen prüfen. Asghari erscheine aber „sehr interessant“ für Washington.

Der 63-jährige General habe die 1500 bis 2000 iranischen Revolutionswächter (Pasdaran) kommandiert, die Anfang der 1980er Jahre beim Aufbau der Schiitenmiliz Hisbollah im Libanon geholfen hätten, schreibt das französische Blatt. Im Teheraner Verteidigungsministerium sei Asghari anschließend für Waffenkäufe und Logistik zuständig gewesen. Sein Wert für die USA und Israel liege in seinen Kenntnissen über die Waffenlieferungen an die Hisbollah, ihre Depots und deren Einsatzkette. In das iranische Atomprogramm war der General nicht involviert. Angeblich fiel Asghari in Ungnade, weil er ein Korruptionsnetz im Ministerium aufdeckte.

Asghari war am 7. Februar in Istanbul spurlos verschwunden. Nach Berichten, die über westliche Medien gestreut werden, hat er Asyl in den USA beantragt und wird derzeit in Nordeuropa von US-Spezialisten verhört. Teheran verdächtigt Israel und die USA, den Offizier verschleppt zu haben.

Der 1986 über dem Libanon abgeschossene israelische Militärpilot Ron Arad war in die Hände schiitischer Milizionäre geraten und wird seither vermisst. Asghari soll damals als Verantwortlicher der iranischen Revolutionsgarden im Libanon tätig und für die enge Zusammenarbeit zwischen der schiitischen Hisbollah und dem Iran zuständig gewesen sein.

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