IS-Terror: Warnung vor Anschlägen im Westen

IS-Terror: Warnung vor Anschlägen auf U-Bahnen in Paris und den USA
IS-Terror: Warnung vor Anschlägen auf U-Bahnen in Paris und den USA ©EPA
Islamisten aus den USA und Frankreich haben nach Angaben des irakischen Ministerpräsidenten Haider al-Abadi aus dem Irak heraus Anschläge in ihren Heimatländern geplant. Der irakische Geheimdienst habe nach der Festnahme mehrerer Männer entsprechende Informationen weitergeleitet, sagte Abadi laut Agentur Bloomberg am Donnerstag in New York.
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Die aus den USA und Frankreich stammenden Islamisten hätten die U-Bahn in Paris und amerikanischen Großstädten angreifen wollen, sagte Abadi. Mehrere Verdächtige seien festgenommen worden. Abadi nannte die Informationen glaubwürdig, er warte aber noch auf Details. Es sei auch unklar, ob die Gefahr abgewendet sei.

Angriffe auf U-Bahnen in Paris und USA geplant

“Ich habe heute hier genaue Berichte aus Bagdad bekommen, dass einige Elemente festgenommen wurden und dass es Netzwerke gibt, die aus dem Irak heraus Angriffe auf die U-Bahnen in Paris und den USA planen”, sagte Abadi. Vermutlich stecke die Terrormiliz “Islamischer Staat” IS dahinter, die noch nicht zerschlagen sei.

USA und Paris bisher ohne Hinweise

Den USA und Frankreich liegen indes nach offiziellen Angaben bisher keine Informationen über geplante U-Bahn-Anschläge vor. “Wir können diese Hinweise nicht bestätigen. Wir müssen solche Informationen von unseren irakischen Partnern erst überprüfen, bevor wir weitere Schritte unternehmen”, sagte Caitlin Hayden, Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates der USA, am Donnerstag.
Auch ein hochrangiger US-Regierungsvertreter sagte, dass in den USA niemand von Anschlagsplänen wisse. Außerdem hätten irakische Regierungsvertreter die Warnung nicht zuvor mit ihren amerikanischen Amtskollegen besprochen. Aus französischen Sicherheitskreisen verlautete, dass der Regierung in Paris keine Erkenntnisse vorlägen, die Abadis Behauptung untermauerten.Ein hochrangiger irakischer Regierungsvertreter sagte später, dass Bagdad die Richtigkeit der angeblichen Anschlagspläne prüfe. Man habe die Informationen an die entsprechenden Sicherheitsbehörden der Partner weitergeleitet.Die USA und Frankreich sind die bisher einzigen westlichen Staaten, die Luftangriffe gegen Stellungen des IS fliegen. Frankreich kündigte bereits verstärkte Sicherheitsmaßnahmen an, insbesondere im öffentlichen Verkehr und auf wichtigen Plätzen.

Paris verschärft Sicherheitsmaßnahmen

Paris hat einen Tag nach der Enthauptung eines Franzosen in Algerien die Sicherheitsmaßnahmen gegen mögliche islamistische Terrorakte verstärkt. Die Maßnahmen sollen für öffentliche Plätze und den öffentlichen Verkehr in Frankreich gelten. Das teilte der Elysee-Palast nach Beratungen von Staatspräsident Francois Hollande mit seinen verantwortlichen Ministern zur Sicherheitslage mit. Frankreich sei bereit, bei der raschen Umsetzung von Maßnahmen gegen ausländische islamistische Kämpfer alle Staaten zu unterstützen, die darum bitten.

Luftangriffe gegen Terrormiliz

Französische Kampfflugzeuge flogen am Donnerstag erneut Luftangriffe gegen die Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS) im Nordirak. “Es hat am Morgen Luftschläge französischer Flugzeuge im Irak gegeben”, bestätigte Regierungssprecher Stephane Le Foll. Es war die zweite Angriffswelle, seit Frankreich sich den US-geführten Aktionen gegen die Terrormiliz im Irak angeschlossen hat. Die Terroristen in Algerien hatten mit der Enthauptung ihrer Geisel gedroht, sollte Paris die Luftangriffe fortsetzen.

UNO: Ausreise von Extremisten verhindern

Der UNO-Sicherheitsrat forderte die Staatengemeinschaft auf, die Ausreise von Extremisten in andere Länder wie Syrien oder dem Irak zu verhindern. Dafür sollen die UNO-Staaten ihre Gesetze verschärfen. Eine entsprechende Resolution wurde von dem 15-köpfigen Gremium einstimmig angenommen.

Bei einem Besuch in der Kurden-Hauptstadt Erbil im Norden des Irak sagte die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen eine langfristige Zusammenarbeit zu. Kurden-Präsident Massoud Barzani forderte noch mehr und modernere Waffen von der internationalen Gemeinschaft. Barzani sagte, dass “die Qualität der Waffen und die Anzahl der Waffen” noch besser sein könne. Er fügte hinzu: “Es ist nicht nur unser Krieg. Wir kämpfen im Namen aller in der Welt gegen die Terroristen.” “Wir haben niemanden darum gebeten, Bodentruppen zu uns zu schicken”, betonte Barzani. Er habe aber auch nichts dagegen, wenn jemand Truppen schicken wolle.

London entscheidet über Beteiligung an IS-Bombardement

Die britische Regierung sieht unterdessen keine rechtlichen Hindernisse für eine militärische Beteiligung an Luftschlägen gegen IS im Irak. Die Regierung des Irak habe um internationale Militärhilfe im Kampf gegen den IS gebeten, hieß es in einer Stellungnahme der Downing Street. Am Freitag wird eine klare Mehrheit für die Beteiligung an Luftschlägen, wie sie etwas die USA und Frankreich durchführen, im Unterhaus erwartet.

Iran: Ausland für Unruhen im Irak verantwortlich

Der Iran machte für den Bürgerkrieg in Syrien und die schweren Unruhen im Irak ausländische Kräfte verantwortlich. “Bestimmte Staaten” hätten zum Erstarken des Extremismus in der Region beigetragen, sagte der iranische Präsident Hassan Rohani (Rouhani) in der UN-Generalversammlung. Geheimdienste hätten Verrückte mit Waffen versorgt. Der Iran gehört zu den wenigen Verbündeten des syrischen Präsidenten und hat die Unterstützung der Opposition verurteilt. Vor allem aus arabischen Staaten sollen finanzielle und materielle Hilfen an die Aufständischen geflossen sein.

Jihadisten sprengen bedeutende Moschee in Tikrit

IS-Kämpfer zerstörten im Nordirak ein muslimisches Heiligtum. Die Moschee Al-Arbain in Tikrit sei am Mittwoch in die Luft gesprengt worden, teilte die örtliche Polizei am Donnerstag mit. Das Gebäude beherbergte 40 Gräber von wichtigen religiösen Persönlichkeiten, unter ihnen Weggefährten des Propheten Mohammed. Die sunnitischen Extremisten lehnen die Verehrung von Grabstätten ab und haben bereits mehrere Schreine im Irak zerstört. Tikrit war den Jihadisten, die weite Teile im Norden des Irak und Syriens kontrollieren, bei ihrer Offensive Anfang Juni in die Hände gefallen. Auch in der “Grünen Kirche” in Tikrit deponierten die IS-Kämpfer laut Einwohnern Sprengstoff.

Flüchtlingswelle: Vereinte Nationen starten Hilfsflüge

Angesichts des neuen Flüchtlingsstroms aus Syrien haben die Vereinten Nationen mit Hilfsflügen in die Türkei begonnen. Ein erstes Flugzeug aus der jordanischen Hauptstadt Amman sei am Donnerstag in der südtürkischen Stadt Adana gelandet, teilte das UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) in Genf mit. Weitere sollen folgen. Nach Angaben des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan sind seit vergangenem Freitag mehr als 150.000 Flüchtlinge aus Syrien in die Türkei gekommen. Der UNO-Menschenrechtsrat verurteilte die Gewalt in Syrien einmal mehr. Den Schwerpunkt legte die am Donnerstag in Genf verabschiedete Resolution auf die von syrischen Regierungstruppen begangenen Gräueltaten. Erstmals wurde mit IS eine extremistische Gruppe namentlich angeprangert. (APA/red)

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