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Iranischer Anwalt erhält Menschenrechtspreis

Der iranische Rechtsanwalt Abdolfattah Soltani erhält den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis 2009. "Er hat kostenlos Menschen verteidigt, die im Iran vor Gericht standen, weil sie sich gegen die Verletzung der Menschenrechte ausgesprochen und sich für die Demokratie im Iran eingesetzt haben", sagte Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi.

Dafür sei der 55-Jährige mehrfach selbst im Gefängnis gewesen, schikaniert und sein Leben bedroht worden. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis soll am 27. September 2009 verliehen werden.

“Ziel unserer Menschenrechtsaktivitäten ist, den Scheinwerfer der Öffentlichkeit auf die zu lenken, die sich im Licht dieser Öffentlichkeit sicherer fühlen als zuvor”, sagte Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD). Der Preis sichere Soltani und dem von ihm mitbegründeten, inzwischen aber als illegale Organisation verbotenem “Zentrum für Menschenrechtsverteidigung” zusätzlichen Schutz. Die Auszeichnung gelte aber zugleich auch den vielen ungenannten Menschen, die sich zum Teil unter hohem persönlichen Risiko für Menschenrechte einsetzten, betonte Maly.

Soltani wurde von der international besetzten Jury einstimmig unter fünf Kandidaten ausgewählt. “Ein Rechtsanwalt im Iran hat nur das Recht, den Mund zu halten”, begründete das französische Jury- Mitglied Daniel Jacoby die Wahl. So wurde Soltani unter anderem bereits inhaftiert, weil er vor Gericht gesagt hatte, dass einige seiner Mandanten im Gefängnis gefoltert worden waren.

Die Stadt Nürnberg will nun in den nächsten zwei Jahren den Fokus auf die Menschenrechtssituation im Iran lenken, wo Folter den Angaben zufolge noch immer an der Tagesordnung ist. Zugleich sollen sich die Aktivitäten aber auch mit der reichen Kultur und Geschichte des Landes auseinandersetzen. Nach Ruanda und Usbekistan ging der Menschenrechtspreis bei seiner achten Verleihung zum ersten Mal in diese Region.

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