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Iran: Anklage gegen Marineangehörige

Der Iran hat die Forderungen Londons und der EU nach Freilassung von 15 britischen Marineanhörigen zurückgewiesen und will Anklage gegen sie erheben.

Nach ihrem „Geständnis“, in einem „Akt illegaler Aggression“ in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen zu sein, werde nun Anklage gegen sie erhoben, sagten Regierungsvertreter in Teheran nach Berichten der britischen Zeitung „The Observer“ und der amtlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Mohammad Ali Hosseini, erklärte, die Briten würden „illegaler und verdächtiger Aktivitäten“ beschuldigt. Laut „Observer“ wurde ihnen damit de facto Spionage vorgeworfen.

Der hochrangige iranische General Ali-Reza Afshar erklärte, die Festnahme der 15 Briten durch die Revolutionsgarden sei ein Zeichen für die „Bereitschaft der iranischen Streitkräfte, das Land jederzeit zu verteidigen.“ Die Festnahme fand nach iranischen Angaben im Seegebiet von Arvandroud an der Nordküste des Persischen Golfes statt.

Ein iranischer Regierungsvertreter sagte der iranischen Nachrichtenagentur FARS, bei den Verdächtigen handle es sich um 14 Männer und eine Frau. Sie seien zu weiteren Verhören nach Teheran gebracht worden. Es gebe Dokumente und Beweise, darunter anhand der GPS-Ausrüstung, dass die Briten bewusst in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen seien.

Die Regierung in London betont hingegen, die acht Matrosen und sieben Marinesoldaten seien am Freitag widerrechtlich in irakischen Hoheitsgewässern gefangen genommen worden. Auch die Europäische Union hat von der iranischen Regierung die umgehende Freilassung der britischen Seeleute verlangt, die im Shatt al-Arab Schiffe kontrolliert hatten.

Angesichts des neuen Beschlusses des Weltsicherheitsrates, wegen des iranischen Atomprogramms verschärfte Sanktionen gegen Teheran zu verhängen, erhält die bilaterale Krise zwischen der Islamischen Republik und Großbritannien erhöhte Brisanz.

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