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Hungriger Bär tappte in Obersteiermark in WWF-Fotofalle

©Bilderbox
Die österreichische Bärenpopulation besteht nur noch aus zwei Exemplaren - und das sind zwei Männchen.

Eines davon hat jetzt wieder ein Lebenszeichen von sich gegeben: Es tappte Ende Februar im obersteirischen Bezirk Bruck an der Mur in eine Haar- und Fotofalle. Die Naturschutzorganisation WWF hofft heuer auf eine Einigung der Bundesländer Steiermark, Oberösterreich und Niederösterreich zur Erweiterung der österreichischen Bärenpopulation.

Hinter der Haarfalle steckt ein einfaches Konzept: Ein stark riechender Köder – Mais, Rapsöl oder Fisch – wird hinter einer Barriere aus Stacheldraht aufgestellt. Beim Überwinden des Zauns, um zum Köder zu gelangen, hinterlässt der Bär einige Haarbüschel. An die Haarfalle gekoppelt ist in dem gebirgigen Waldgebiet im nördlichen Teil des Bezirks Bruck auch eine Fotofalle, die mit Lichtschranken und automatischem Auslöser funktioniert. Einer der beiden letzten österreichischen Bären – der 21-jährige Djuro oder sein neunjähriger Sohn Moritz – wurde auf der Suche nach Leckereien abgelichtet. Die in den nächsten Wochen erfolgenden DNA-Analsyen sollen Aufschluss darüber geben, um welches der beiden Männchen es sich handelt.

“Ein möglicher Grund, warum die Bären schon jetzt aus ihrer Winterruhe erwacht sind, könnte das warme Wetter sein. Aber es gibt auch Bären, die gar keine Winterruhe einhalten”, erklärte WWF-Pressesprecherin Claudia Mohl. Die zwei österreichischen Bären fristen seit Jahren ein einsames Singleleben. “Wir hoffen, dass in Österreich endlich eine Bestandsstützung erfolgt”, so WWF-Bärenexpertin Christina Kubalek.

Dazu müssten in den nächsten drei Jahren rund zehn Bären im Kerngebiet vom Ötscher bis zu den Hochalpen angesiedelt werden, um den Bestand nachhaltig zu sichern. Kosten und Transport seien dabei kein Problem, sondern es sei eine politische Frage: “In Oberösterreich haben sich die Interessensvertreter bereits darauf geeinigt, zwei bis drei Bären aufzunehmen, aber in der Steiermark hat man sich dagegen entschieden. Und es müssen natürlich alle drei betroffenen Bundesländer einverstanden sein, da die Bären ja ständig wandern”, so Kubalek. In Niederösterreich habe man sich noch nicht festgelegt.

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