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Haushaltsroboter werden sozialer

©flickr
Bisher putzen sie vor allem den Boden, aber die jetzt in den USA vorgestellten neuen Haushaltsroboter können mehr: Sie überwachen das Haus und arrangieren auch virtuelle Begegnungen.

Für Robotikexperten zeigt dies, dass die Roboter auch in den USA immer mehr soziale Fähigkeiten bekommen, auch wenn sie in ihrem Äußeren viel weniger an Menschen oder Haustiere erinnern wie die in Japan und Südkorea beliebten Roboter.

„So wie sich die Dinge entwickeln, ist zu erwarten, dass die Roboter in den kommenden Jahren immer komplexer werden, dass sie Gesten lernen, Dinge aufheben können und vielleicht auch ein Aussehen bekommen, das dem Menschen ähnlicher ist“, sagt James Kuffner, Assistenzprofessor am Institut für Robotik an der Universität Carnegie Mellon.

Ein neues Gerät der Firma iRobot ähnelt zwar dem diskusförmigen Staubsauger-Roboter Roomba, aber er hat auf der Oberseite eine Webcam. Damit können sich ihre Besitzer fast wie zu Hause fühlen. Der Roboter kann zum Beispiel abends ins Kinderzimmer fahren, dort hält man ihm ein Buch vor die Kamera und ein Elternteil, das gerade irgendwo auf Dienstreise ist, kann den Kindern die Gute-Nacht-Geschichte vorlesen.

Gesteuert wird der Roboter über eine Fernsteuerung, die auch über das Internet bedient werden kann. So hat der Besitzer praktisch eine fahrende Webcam im Haus. Der Roboter mit dem Namen ConnectR ist derzeit noch in der Testphase, im nächsten Jahr soll er für unter 500 Dollar in den Handel kommen, wie IRobot erklärte. Ein anderer Roboter der Firma, Looj, wurde speziell für die Reinigung von Dachrinnen konzipiert.

Ein weiterer Roboter, der jetzt auf der Konferenz DigitalLife in New York vorgestellt wurde, ist der Spykee der Firma Meccano, die vor allem für ihre Metallbausätze bekannt ist. Der 300 Dollar teure Spykee hat Kettenräder ähnlich wie ein Panzer, zwei dekorative Arme und eine Kamera auf der Oberseite, die ein bisschen einem menschlichen Kopf ähnelt. Er rangiert wohl irgendwo zwischen den eher im Spielzeugbereich angesiedelten Robotern und einem Haushaltsroboter.

Interessenten müssen sich Spykee selbst aus 200 Einzelteilen zusammenbauen. Dafür können sie dann zwischen drei Versionen wählen. Angepriesen wird er als kleiner Überwachungsroboter, der über seine Sensoren auch Alarm geben kann, ein digitales Foto aufnehmen und per E-Mail an den Hausbesitzer schicken kann.

Diese Art der Roboter erlauben ihren Besitzern eine „virtuelle Präsenz“ – ein Konzept, das auch schon in einem Krankenhaus in Baltimore zum Einsatz kommt, wo ein allerdings 150.000 Dollar teurer Roboter zu den Patienten an die Betten fährt. „Aber Fortschritte in der Hard- und Software, bei Kameras, Mikrofonen und Sensoren machen es wohl möglich, dass es so etwas bald für Privatnutzer gibt“, sagt Kuffner.

Die Robotik-Analystin Neena Buck verweist darauf, dass die neuen Haushaltsroboter sozialer orientiert seien als ihre Vorgänger. Aber sie seien doch weit von den menschenähnlichen Robotern entfernt, die in Asien beliebt seien. „In den USA wollen wir, dass unsere Roboter zu etwas nützlich sind, dass sie Helfer sind“, sagt Buck. „In Japan und Korea betrachten sie Roboter als Freunde und eine Art Haustiere, die Familienmitglieder sind.“ Aber wenn die Preise weiter zurück gingen, dann könnten sich vielleicht auch die Amerikaner an die eher niedlichen Roboter gewöhnen.

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