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Frauen essen anders als Männer

Frauen essen anders, Männer auch. In kaum einem anderen Bereich gibt es so unterschiedliche Vorlieben zwischen den beiden Geschlechtern wie in der Ernährung.

Das hat mehrere Gründe: Frauen gelten als figurbewusst und legen mehr Wert auf gesunde Speisen als Männer. Andererseits werden aufgrund körperlicher und hormoneller Unterschiede verschiedene Nährstoffe benötigt, wie Ernährungswissenschafter Heinz Freisling von der Uni Wien im APA-Gespräch erklärte. Mittlerweile gibt es sogar einen eigenen Begriff für die geschlechtsspezifisch besonders gut geeigneten Lebensmittel: “Gender Food”.

In jedem Klischee steckt auch ein Fünkchen Wahrheit: Sie greift eher zu leichten Gerichten, wie Fisch, Salat und Gemüse. Er hingegen bevorzugt Deftigeres wie Steak, Schnitzel oder Schweinsbraten. Denn diese “Kalorienbomben” können Männer besser verwerten als Frauen, wie Freisling weiß: “Männer haben einen höheren Anteil an Muskelmasse und daher einen höheren Energiebedarf.” Sie verbrennen über den Tag verteilt mehr Kalorien, im Schnitt rund 2.900 Kilokalorien, und können daher zu energiereicherer Nahrung greifen. Frauen benötigen täglich etwa 2.200 Kilokalorien.

Ein weiterer Grund, warum so oft zu unterschiedlichen Lebensmitteln gegriffen wird, ist der geschlechtsspezifische Bedarf an unterschiedlichen Mineralstoffen und Vitaminen. “Frauen leiden aufgrund der Regelblutung sowie während der Wechseljahre meist an Eisenmangel”, erklärte die Diätologin Edith Kubiena aus dem burgenländischen Neufeld an der Leitha. Eisen kommt unter anderm in Beeren, Soja, schwarzer Melasse sowie in rotem Fleisch vor.

“Auffällig ist, dass Frauen viel öfter als Männer Verdauungsbeschwerden haben”, plauderte Kubiena aus der Praxis. Deswegen rät sie, viel zu trinken. “Abgekochtes Wasser mit Ingwerscheiben, das wärmt den Verdauungstrakt.” Frauen um die 40 scheinen laut Kubiena auch besonders häufig an einer Histaminintoleranz zu leiden. Deswegen gilt für sie: “Frische Lebensmittel essen und Fertigprodukte sowie Alkohol meiden.”

Fisch, vor allem fettreiche Sorten, sollte bei Frauen oft am Speiseplan stehen. Er enthält viel Vitamin D – ein wichtiger Nährstoff zur Vorbeugung der “Frauenkrankheit” Osteoporose. “Auch auf die Kalziumzufuhr sollte in diesem Zusammenhang geachtet werden”, riet Kubiena. “Wichtige Lieferanten sind Kohlgemüse, Milch und Milchprodukte, Sesam und Oliven.”
Schwangere benötigen viel Folsäure, um eventuellen Missbildungen des Kindes vorzubeugen. Besonders folsäurehaltig sind Brokkoli, Spinat, Salat, Hülsenfrüchte, Spargel und Bohnen. “Folsäure ist auch für ältere Männer wichtig, um den Herz-Kreislauf zu stärken”, so die Diätologin.

Dass bei Männern besonders oft Fleisch am Teller landet, hat einen guten Grund: “Fleisch ist sehr energiehaltig und enthält sehr viel Eiweiß, der Powerstoff für die Muskeln” erklärte Freisling. Außerdem enthält es Zink. Das benötigen Männer zum Aufbau des Sexualhormons Testosteron. Dieses wird im Laufe der Jahre abgebaut, doch mit den richtigen Lebensmitteln kann dem vorgebeugt werden.
“Die Zinkbombe schlechthin ist die Auster”, sagte Kubiena. Auch Haferflocken und Nüssen enthalten den Mineralstoff. Als kleinen Snack für zwischendurch empfahl Freisling Kürbiskerne: “Die schützen gegen Prostatabeschwerden.”

Essen ist somit nicht nur Geschmackssache, sondern auch Geschlechtersache. Unterschiedliche Vorlieben, der unterschiedliche hohe Energieverbrauch und Bedarf an bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen – das sind die Gründe, warum Frauen und Männer essen, was sie essen.

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