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Französin will nach Transplantation wieder küssen

©AP
Zwei Jahre nach der ersten Transplantation von Teilen eines Gesichts will die Französin Isabelle Dinoire endlich wieder küssen können. "Sie übt jeden Tag", schreibt die Autorin Noelle Chatelet in ihrem Buch über Dinoire ("Isabelles Kuss"), das am Donnerstag in Frankreich erschien.

„Sie steht ganz kurz vor diesem Kuss.“ Die heute 39-jährige Dinoire erzählt in dem Buch von ihrem Leidensweg, nachdem sie im Mai 2005 durch einen Biss ihrer Hündin beide Lippen, ihre Nase und das Kinn verloren hatte.

Mit ihrem entstellten Gesicht konnte Isabelle Dinoire weder sprechen noch normal essen. Am 30. November 2005 verpflanzten ihr Ärzte in Amiens in einer Weltpremiere die fehlenden Teile, die von einer hirntoten Spenderin stammten.

Nach dem Unfall habe sie es nicht ertragen, „dass man mich ansieht“, erzählt Dinoire in dem Buch. „Mein Gesicht war das eines Monsters.“ An der Nase sei der Knochen zu sehen gewesen. „Das erinnerte mich an ein Skelett, an den Tod.“ Damals habe sie gedacht, ihr Leben sei vorbei, ihr Gesicht irreparabel zerstört. Dann hätten ihr die Ärzte die Transplantation vorgeschlagen.

Darauf sei eine lange Zeit des Wartens gefolgt. Am 26. November 2005 habe sie dann die Nachricht erhalten, dass Eltern einer hirntoten Frau zustimmt hätten, ihr Gesichtsteile ihrer Tochter zu verpflanzen. Nach der Operation habe sie ein unglaubliches Glück gefühlt: „Nie werde ich diesen Moment vergessen. Das war, als ob ein neues Leben beginnen würde“, schildert Dinoire.

Dann sei die schwierige Zeit gekommen, in der sie das neue Gesicht akzeptieren musste. „Das schwierigste war zu akzeptieren, dass ich nun das Innere des Mundes einer anderen hatte“, sagte Dinoire. „Das war schrecklich.“ Überrascht sei sie auch gewesen, als plötzlich ein Haar auf ihrem Kinn wuchs, nachdem sie früher dort niemals welche hatte.

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