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Fasching in Vorarlberg

Schwarzach - Die Vorarlberger Narrenzünfte zeichnen sich schon durch ihre Namen aus. Meist gehen diese auf eine Gegebenheit aus der Vergangenheit zurück. Ländle pflegt alemannische Eigenheiten

Manchmal ist auch eine Legende oder ein Charakteristikum der Dörfer oder ihrer Bewohner Vorbild für die teilweise skurrilen Bezeichnungen. Häufig kommen zudem boshafte Necknamen für die Einwohner der Gemeinden zum Einsatz. Zu einer Zunft gehören vielfach auch eine Funkenzunft, eine Garde, eine Guggamusik und natürlich ein Narrenruf.

Die Feldkircher Fasnat-Gilde etwa nennt sich „Spältabürger“. Der Name leitet sich von „Spälta“ ab, was Holzscheit bedeutet. Die alteingesessen Bewohner Feldkirchs, eben die Spältabürger, hatten seit jeher das Recht, jährlich eine gewisse Menge Holz aus dem Stadtforst zu beziehen. Zur Gilde gehört die Guggamusik „Spältaschrenzer“, die so laut ist, dass sie sogar Holz spaltet.

Vielfach nahm man sich bei Namen und Narrenrufen auch die Necknamen, die man von Bewohnern aus den Nachbardörfern bekommen hatte, zum Vorbild. So nennen sich etwa die Narren aus Thüringen (Bezirk Bludenz) „Kriasistinker“, ein Dialektausdruck für die auf Kirschbäumen häufig vorkommenden Gemeinen Stinkwanzen. Der Narrenruf der Funkenzunft Altach (Bezirk Feldkirch) lautet „leata leata – leata buch“. „Leatabüch“, übersetzt etwa „Lehmbäuche“, war der Neckname für die oft von Rhein-Überschwemmungen heimgesuchten Altacher.

Die Bewohner von Nüziders (Bezirk Bludenz) wurden von den Leuten der umliegenden Dörfer „Mählbira“ genannt, weil es in dieser Gemeinde einen besonders großen Bestand dieser als „Mehlbirnen“ bezeichneten Obstbäume gab. Zugleich bezieht sich der Name auch auf die angeblich geringen geistigen Fähigkeiten der Bewohner. Die Lustenauer heißen wie ihre Fasnat-Zunft „Rhin-Zigünar“ (Rhein-Zigeuner). Die Einwohner der Grenzgemeinde zur Schweiz waren stets für das Schmuggeln bekannt.

Jede Zunft hat einen eigenen Narrenruf, der meist auch eine Antwort vom Publikum verlangt. Die Zunft in Klaus (Bezirk Feldkirch) nahm sich den „Klushund“ zum Vorbild, einen Verräter zur Zeit der Schwedenkriege, der zur Strafe als schwarzer Geister-Hund umgehen muss. Die Klauser erschrecken das Publikum mit dem Ruf „wau wau“. Zur Antwort ruft man „miau“, um den Klushund zu verjagen. Die Zunft in Fußach (Bezirk Bregenz) ruft „Villa villa“, die Antwort lautet „Fossonas“. Der Ort ist 840 als „Villa Fossonas“ erstmals urkundlich belegt.

Der Name der Zunft der „Mufängar“ aus Hard (Bezirk Bregenz) basiert auf einer alten Erzählung. Zwei betrunkene Harder sahen auf dem Heimweg in einem Wasserfass die Spiegelung des Mondes. Sie beschlossen, den Mond einzusperren und legten den Deckel auf das Fass. Am Morgen danach präsentierten sie den übrigen Dorfbewohnern den Mond, der natürlich nicht mehr da war. Seitdem werden die Harder von ihren Nachbarn scherzhaft „Mufängar“ (Mondfänger) genannt.

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