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Fahrradboom und Nachwuchssorgen

(VN) Schwarzach - Lehrberuf Fahrradmechaniker soll wieder eingeführt werden.

„Einmal Service bitte.“ Dieser Tage eine vielgefragte Dienstleistung in Vorarlbergs Fahrradgeschäften. Dass der Mechaniker eine ordentliche Ausbildung hat – davon geht jeder aus. Doch eigentlich gibts die offiziell in Österreich gar nicht. Der Lehrberuf Fahrradmechaniker wurde in den 70er Jahren abgeschafft. Man befand ihn für nicht mehr zeitgemäß. Nun will ihn die Wirtschaftskammer wieder aufleben lassen. Rund 200 Lehrstellen könnten so geschaffen werden.
„Derzeit wird erhoben, ob solch eine Ausbildung gewollt und auch gebraucht wird“, informiert Wolfgang Wölfle von der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer. Kommende Woche würden die Pläne bei der Bundessitzung erneut thematisiert: „Die Lehre muss natürlich auch mit Fleisch gefüllt werden.“

Hightech-Produkt

Thomas Mitterlechner, Geschäftsführer der Fachgruppe Mechatronik, bewertet die Überlegungen äußerst positiv. „Fahrräder sind mittlerweile zu Hightech-Produkten geworden. Scheibenbremsen, hydraulische Federungen und elektronische Schaltungen erfordern eine fundierte Ausbildung. Auch für Elek­trofahrräder braucht es spezielles Know-How.“

Um ein Fahrradgeschäft eröffnen zu können, bedarf es derzeit laut Wirtschaftskammer Vorarlberg keinerlei Voraussetzungen. Eine simple Gewerbeanmeldung genügt. Diesen Schein besitzen in Vorarlberg derzeit 39 Personen. Doch streng genommen dürften diese Händler nur kleinere Reparaturen ausführen.

Lizenz zum Reparieren

Wer in der Werkstatt die komplette Palette anbieten möchte, der bräuchte zusätzlich das „Teilgewerbe Fahrradmechaniker“. Das aber besitzen nur sechs Personen in Vorarlberg. Voraussetzung dafür ist eine abgeschlossene Mechaniker- bzw. verwandte Lehre. Oder: Eine dreijährige Schulausbildung im mechanisch-technischen Bereich bzw. ein einschlägiges Studium – jeweils in Verbindung mit einer einjährigen fachlichen Tätigkeit.

Es sei aber keineswegs so, dass es derzeit keine Ausbildungsmöglichkeiten gibt. Man müsse sich also nicht fürchten, wenn man das Rad bei einem ausgewiesenen Fachhändler kauft, sagt Wölfle: „Der VSSÖ (Verband der Sportartikelerzeuger und Sportausrüster Österreichs) und das WIFI Wien veranstalten Kurse. Zudem bieten die Hersteller und Lieferanten regelmäßige Schulungen an. So sind die Händler stets auf dem neuesten Stand der Technik.“

Mangel an Fachkräften

„Die sind für uns Pflicht“, bekräftigt Dietmar Stari von CIC Radsport in Lustenau, Höchst und Egg. Angesichts des Fachkräftemangels befürwortet Stari jedoch die Wiedereinführung der Fahrradmechaniker-Lehre.

Zustimmung kommt auch von Reinhard Loitz vom gleichnamigen Fachgeschäft: „Das ist zwingend erforderlich. Die Räder werden technisch immer hochwertiger. Der Bedarf an qualifizierten Kräften wird mit Sicherheit weiter zunehmen.“ (VN-ger)

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