EU-Wahl in Vorarlberg: Meiste Parteien setzen mit Kalkül auf kurzen Plakat-Wahlkampf

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Der EU-Wahlkampf wird grundsätzlich in Österreich etwas stiefmütterlich geführt. Den Wahlkampf in Vorarlberg eröffnete vor allem die FPÖ, zwei Wochen vor der Wahl zogen die anderen - meist in kleinerem Umfang - nach. 
Wahlplakate in Vorarlberg

Wenn man sich auf Vorarlbergs Straßen aufhält, könnte man meinen, dass nur eine bis maximal zwei Parteien zur EU-Wahl antreten: Gerade im Ballungsgebiet Rheintal haben die Freiheitlichen flächendeckend plakatiert, wie man es sonst nur von Landtagswahlen kennt. Im Vergleich gehen die farbenfrohen Plakate der Grünen beinahe unter. Von den anderen wahlwerbenden Parteien, ob nun ÖVP, SPÖ oder NEOS, merkt man bis zwei Wochen vor der Wahl im Straßenbild nichts, während zumindest in Wien die Parteien durchaus präsenter im Straßenbild waren. Im Ländle sind nun seit diesem Wochenende ebenfalls alle Parteien mit Plakaten vertreten.

Freiheitliche plakatierten als Erste

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Die Freiheitlichen setzen dabei traditionell auf die Versform, präsent sind gleich drei Gesichter: Der bundesweite Spitzenkandidat Harald Vilimsky, die Vorarlberger Kandidatin Andrea Kerbleder sowie der nicht zur Wahl stehende Parteiobmann Heinz-Christian Strache. “Wir haben gemächlich plakatiert, um sichtbar zu sein”, beschwichtigt Landesgeschäftsführer Christian Klien. Die FPÖ nehme jede Wahl ernst und wichtig, die zügige Plakatierung im Ländle nach Ablauf der Vier-Wochen-Frist zeige nur die aktive Unterstützung durch die Ortsgruppen. Die zweite Welle ist seit dem Wochenende im Straßenbild präsent.

Grüne mit schmaler Geldtasche

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Im Vergleich mit den Freiheitlichen ist der Wahlkampf der anderen Parteien vergleichsweise überschaubar, so auch bei den Grünen. Dies liegt nicht zuletzt an den finanziellen Möglichkeiten der im Nationalrat nicht mehr vertretenen Bundespartei. So werbe man derzeit mit rund 60 Plakaten an 30 Standorten, räumt Nadine Kasper vom Landesbüro der Grünen ein. Eine zweite Plakatwelle werde es nicht geben. Innerhalb von 12 Monaten gibt es mit der EU-Wahl, Landtagswahl und Gemeinderatswahlen im März 2020 zu schlagen, die Grünen müssen haushalten. Man setze derzeit stark auf die Präsenz der Gemeindegruppen bei Märkten und Tür-zu-Tür-Aktionen und Flyer. Das Vorarlberger Zugpferd und Quereinsteiger Simon Vetter wird keine eigenen Plakate bekommen, dafür fehle bei einem Landesbudget für die EU-Wahl von 30.000 Euro schlichtweg das Geld. Daher geht es für die Grünen “back to basics”.

ÖVP setzt ebenfalls auf direkten Kontakt

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Die ÖVP Vorarlberg verweist auf Anfang Mai 16 große Bogenplakate mit Karas in Vorarlberg. Ansonsten sei man bisher bewusst zurückhaltend, bestätigt Landesparteigeschäftsführer Dietmar Wetz gegenüber VOL.AT. Man konzentriere sich bisher vor allem auf direkte Kontakte zu den Wählern. “Christian Zoll ist derzeit täglich auf einer Veranstaltung”, betont er dessen Engagement. Erst in den letzten zehn Tagen vor der Wahl werde man auch noch offensiver für Zoll plakatieren, wenn auch nicht im Ausmaß der FPÖ. Hier reagiere man aber bewusst auf Rückmeldungen aus der Bevölkerung, eine große Plakatflut erfreue sich keiner großen Beliebtheit.

Neos setzen auf kurze Plakatpräsenz

Vonseiten der NEOS finden sich in Vorarlberg bis vor zwei Wochen vor der Wahl keine Wahlplakate zur EU-Wahl, obwohl man mit der Listen-Ersten Claudia Gamon direkt die höchstgereihte Vorarlbergerin aller Parteien präsentieren könnte. Auch hier handle es sich um eine bewusste Entscheidung der Parteiführung, erklärt Landeskoordinator Simon Muchitsch gegenüber VOL.AT. Die Plakataktion startete mit Montag, dem 13. Mai. Man wolle bewusst auf ein frisches Auftreten vor der Wahl setzen, wenn der Wähler sich schon an den Wahlplakaten der Konkurrenz sattgesehen habe.

SPÖ warteten ebenfalls auf Endspurt

Vonseiten der SPÖ wurden die ersten Plakate am Freitag davor angebracht. Hier folge man der Linie der Bundespartei, die scheinbar ebenfalls lieber kurz vor der Wahl Akzente setzen will, erklärte man vonseiten der Landesparteiführung gegenüber VOL.AT.

Der Experte zu den Wahlplakaten

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