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Erste Frau bei Präsidentenwahl in Tschechien

In Tschechien haben liberale und christdemokratische Abgeordnete die 74-jährige Ärztin Jaroslava Moserova für die zweite Runde der Präsidentenwahl nominiert.


Damit bewirbt sich erstmals eine Frau um das höchste Amt.

Moserova werden aber gegen die übrigen Kandidaten Milos Zeman (Sozialdemokraten) und Vaclav Klaus (Konservative) nur geringe Chancen eingeräumt, Nachfolgerin von Amtsinhaber Vaclav Havel zu werden. Beobachter hielten es jedoch am Dienstag für möglich, dass auch Zeman (CSSD) und Klaus (ODS) die erforderliche Mehrheit in den verfehlen.

Präsidentenlose Zeit denkbar

Offen ist, ob die Parteien in diesem Fall einige Wochen später eine dritte Runde ansetzen oder mit einer Verfassungsänderung die Wahl des Präsidenten durch das Volk ermöglichen. Havel kann verfassungsrechtlich nicht mehr kandidieren und scheidet am 2. Februar aus.

Die in Tschechien regierenden Sozialdemokraten (CSSD) würde es auch nicht stören, wenn das Land eine Zeit lang keinen Präsidenten hätte. Das sagte Arbeitsminister Zdenek Skromach am Dienstag vor Journalisten in Prag.

Sollte bis 2. Februar kein Präsident gewählt worden sein, würden dessen Aufgaben einfach auf Ministerpräsident Vladimir Spidla und Unterhauschef Lubomir Zaoralek (beide CSSD) aufgeteilt, erklärte Skromach.

Zeman wartet ab

Skromach sagte auch, er befürchte, dass es für eine mögliche dritte Runde der Präsidentenwahlen keinen CSSD-Kandidaten gebe. Alle Möglichkeiten seien bereits erschöpft worden.

Zeman selbst wollte sich gegenüber der tschechischen Nachrichtenagentur CTK nicht festlegen, ob er an einer dritten Wahlrunde teilnehmen würde: „Lassen Sie uns Probleme lösen, wenn sie entstehen.“

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