Erbprinz sitzt jetzt an den Machthebeln

Die Liechtensteiner feierten am Sonntag ihren Staatsfeiertag wie üblich. Mit dem einzigen Unterschied, dass mit fürstlicher Verordnung Erbprinz Alois als Stellvertreter des Fürsten eingesetzt wurde.  

Der Erbprinz hielt erstmals die Ansprache zum Staatsfeiertag.

Pünktlich zum Beginn der Feldmesse auf der Schlosswiese neben Schloss Vaduz blickte die Sonne zwischen der Wolkendecke hervor und bescherte den erwarteten sonnigen Auftakt für den offiziellen Staatsakt. Erzbischof Wolfgang Haas zelebrierte die Messe am gleichen Ort, an dem Erbprinz Alois 1990 an der Huldigungsfeier an der Seite seines Vaters den Treueschwur auf die Verfassung abgelegt hatte. Mit „Fürstlicher Verordnung“, die von Regierungschef Otmar Hasler gegengezeichnet wurde, setzte Fürst Hans-Adam II. den Erbprinzen als seinen Stellvertreter ein. Die Stellvertretung wird nach einer Mitteilung des Fürstenhauses umfassend und auf Dauer eingerichtet, was bedeutet, dass Erbprinz Alois auf unbeschränkte Zeit alle Aufgaben des Staatsoberhauptes – national wie international – übernimmt.

Aufgabenentflechtung

In seiner mit Spannung erwarteten ersten Ansprache zum Staatsfeiertag betonte der Erbprinz die Notwendigkeit umfangreicher Reformen, wenn Liechtenstein für die neuen Herausforderungen gerüstet sein wolle. Reformbedarf sieht Alois in der Entflechtung von Staats- und Gemeindeaufgaben, bei der Sicherstellung einer nachhaltigen Gesundheits- und Altersvorsorge sowie in der Bildungspolitik. Zu den bereits früher erwähnten Reformaufgaben fügte er die Einführung eines einfachen Steuersystems bei, das gleichzeitig auch den Wirtschaftsstandort Liechtenstein attraktiver machen könnte. Ein Anliegen ist dem neuen Stellvertreter ferner die Integration der Ausländer sowie eine Verkehrspolitik, die das Wirtschaftswachstum nicht behindere, ohne die Umwelt unnötig zu belasten.

Vermögen reorganisiert

Die Übergabe der Staatsgeschäfte an ihn als Stellvertreter erfolgt nach den Worten von Erbprinz Alois zu einem günstigen Zeitpunkt. Mit dem UNO-Beitritt habe die Souveränität des Landes gesichert werden können und mit der EWR-Teilnahme sei Liechtenstein wirtschaftlich in Europa integriert. Durch die Reorganisation des fürstlichen Vermögens sei auch die wirtschaftliche Basis geschaffen worden, damit das Fürstenhaus ein politisch aktives und unabhängiges Staatsoberhaupt stellen könne. Wie schon Fürst Hans-Adam II. unterstrich auch Erbprinz Alois, dass er die Funktion des Staatsoberhauptes nur so lange ausüben werde, wie das eine Mehrheit der Bevölkerung wünsche.

Auf ein Bier” mit dem Monarchen

Im Namen des Fürstenhauses lud der Erbprinz die Teilnehmer an der Feldmesse sowie die vielen Besucher des anschliessenden kurzen Festaktes zu einem Umtrunk in den Schlossgarten ein. Tausende aus Liechtenstein und der Region folgten der Einladung und gingen „auf ein Bier“ zu Fürst und Fürstin, Erbprinz und Erbprinzessin, die gleich tausendfach Hände schüttelten und als Fotomodelle und Gesprächspartner zur Verfügung standen. Nach dem Ap-ro ging es unterhalb des Schlosses, in den Strassen von Vaduz, weiter. Das Volksfest nahm seinen Anfang mit Jahrmarkt-Rummel, Musik und Darbietungen. Am Abend leuchteten dann die Höhenfeuer und die riesige Fürstenkrone auf der Alp Tuass, bevor das traditionelle Feuerwerk von Schloss Vaduz den offiziellen Teil des Staatsfeiertages beschloss.

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