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Eine Tote bei Explosion vor Schule in Süditalien

Bei einem Bombenanschlag vor einer Berufsschule in der süditalienischen Stadt Brindisi ist am Samstag ein 16-jähriges Mädchen getötet worden. Fünf weitere der rund 600 Schüler der Modeschule wurden verletzt, drei davon befinden sich in kritischem Zustand, berichtete die Polizei. Der Verdacht, dass die Mafia hinter dem Attentat steckt, wurde später von Experten infrage gestellt.
Explosion vor Schule in Süditalien
Die spektakulärsten Mafia-Anschläge seit 1982


Nach Angaben von Sicherheitskräften explodierte der Sprengsatz aus drei miteinander verbundenen Gasflaschen gegen 07.45 Uhr (MESZ), als die Schüler zum Unterricht strömten. Vermutlich waren sie in Rucksäcken versteckt, die auf einer kleinen Mauer vor der Schule abgestellt wurden. “Mit dem Anschlag wollte man töten, die Gasbomben sind gerade zum Zeitpunkt explodiert, als die meisten Schülerinnen die Schule erreichten”, sagte Schuldirektor Angelo Rampino.

Der Bürgermeister der 90.000-Einwohnerstadt Brindisi, Cosimo Consales, machte die Mafia für den Anschlag verantwortlich. Die Modeschule ist nach der Ehefrau des bekannten Mafia-Jägers Giovanni Falcone, Francesca Morvillo, benannt. Der Staatsanwalt war am 23. Mai vor 20 Jahren mit seiner Frau und drei Leibwächtern bei einem Attentat in Sizilien getötet worden. In Brindisi hatte sich die Auseinandersetzung mit der Mafia zuletzt zugespitzt.

Ex-Innenminister Virginio Rognoni schloss allerdings einen Mafia-Anschlag aus. “Die Mafia hat kein Interesse, Bomben zu legen. In diesen Zeiten wickelt sie ihre Geschäfte auf internationaler Ebene ab”, kommentierte Rognoni. Mehrere Ermittler hoben hervor, es sei für die Mafia untypisch, gezielt Minderjährige zu töten. Die Justizbehörden schließen nicht aus, dass terroristische Gruppen am Werk seien. Seit Tagen herrscht in Italien Terroralarm.

Die Politik reagierte geschockt auf den Anschlag in Brindisi. Staatspräsident Napolitano appellierte an die Sicherheitsbehörden, alles Erdenkliche gegen umstürzlerische Kräfte im Land zu unternehmen. Premier Monti versicherte, dass das Land geschlossen gegen Kriminalität und Terrorismus vorgehen werde. Spontane Solidaritätskundgebungen wurden in ganz Italien ausgerufen.

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