Ehemalige Mitarbeiter prangern Schlecker an

In Vorarlberg beklagen sich ehemalige Mitarbeiterinnen der Drogerie-Kette Schlecker öffentlich über ihren früheren Arbeitgeber. In Radio- und Fernsehbeiträgen des ORF wurden "Zustände wie im vergangenen Jahrhundert" angeprangert.

Betriebsrat-Vorsitzende Gabriele Wolfsteiner kann das nicht nachvollziehen. Sie sei vor wenigen Tagen in Vorarlberg gewesen, „da habe ich keine gröberen Probleme festgestellt“, so Wolfsteiner gegenüber der APA.

Im ORF-Beitrag beschwerte sich etwa eine frühere Filialleiterin über nicht bezahlte Überstunden, und dass ihre Kündigung im Urlaub erfolgt sei. Auch der Rücktritt der Vorarlberger Betriebsrätin Michaela Mathis von ihrem Amt wurde angesprochen. Der Druck der Firmenleitung sei für sie zu groß geworden, das habe sie nicht mehr ausgehalten, wurde Mathis zitiert.

Der Rücktritt von Mathis sei aus persönlichen Gründen erfolgt, sagt hingegen Wolfsteiner. „Ich habe mit ihr noch selbst ein Gespräch geführt“, so die Betriebsratvorsitzende. Bei ihrem Vorarlberg-Aufenthalt „vor wenigen Tagen“ habe sie sich ein Bild von der Situation in Vorarlberg machen und keine größeren Probleme feststellen können. Mit den Mitarbeiterinnen, die nun gegen Schlecker auftreten, „hätte ich gerne gesprochen, leider haben sie sich aber nicht bei mir gemeldet“. Grundsätzlich sei man bei Schlecker bemüht, Lösungen zu finden. Auf Anfrage bei Schlecker in Deutschland war der Zuständige Freitag Mittag nicht erreichbar. Man werde die Fragen der APA schriftlich beantworten, hieß es.

Für Dolores Jennewein, Schlecker-Betriebsrätin in Tirol, ist die Situation „am Weg der Beruhigung“. Bei der Umstellung auf das Europa-Sortiment seien die Wogen im vergangenen Jahr hoch gegangen, allerdings habe sich mittlerweile „ziemlich alles aufgeklärt, es ist auch schriftlich alles ins Reine gebracht worden“.

Nicole Folladori von der Gewerkschaft für Privatangestellte in Vorarlberg hört hingegen öfter Klagen über die Firma Schlecker, bestätigt sie auf APA-Anfrage. Die Beschwerden hätten sich besonders seit der Übernahme durch deutsche Eigentümer gehäuft, so Folladori. Allerdings sei das Vorgehen von Schlecker in den vom ORF geschilderten Fällen rechtlich gedeckt gewesen. Ganz allgemein gesprochen gebe es im Handel „viele schwarze Schafe“.

In Vorarlberg haben am Freitag auch Vorarlberger Politiker Stellung zu den Vorwürfen gegen Schlecker genommen: Der Sprecher der Grünen, Johannes Rauch, rief zum Boykott von Schlecker auf, bis die Arbeitsbedingungen den Standards in Österreich entsprechen würde. SPÖ-Vorsitzende Elke Sader (S) verlangt die Einrichtung eines gesetzlich legitimierten Kontrollorgans.

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