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Die aus der Reihe tanzen

Nach der Buchpräsentation waren signierte Werke gefragt.
Nach der Buchpräsentation waren signierte Werke gefragt. ©Elke Kager Meyer
Reinold Amann portraitiert in seinem neuen Bildband besondere Menschen.

Im Gespräch erzählt der Rönser Künstler über sein neuestes Werk und inwieweit ihn das „Aus der Reihe tanzen“ aus selbst betrifft:

Dein neues Buch trägt den Titel „Aus der Reihe tanzen“. Was erwartet den Leser dabei?

In „Die aus der Reihe tanzen – eine menschliche Entdeckungseise“ werden auf über 200 Seiten neunzehn Menschen porträtiert, die aus der Reihe tanzen. Jede der neunzehn porträtierten Personen wird in einer ausgiebigen Fotoserie in Schwarz-Weiß, einem lyrischen Text und einer kurzen Biografie beschrieben. Vieles in diesem Buch ist kryptisch, lässt Raum für die eigene Phantasie, für eigene Gedanken.

Die Bildserien sollen Geschichten im Kopf entstehen lassen. Die knappen, verdichteten, lyrischen Texte deuten an, was dem Informierten klar ist, dem Unwissenden geben sie aber genügend Hinweise, im Kopf eigene Bilder entstehen zu lassen. Ich habe versucht, das „aus der Reihe fallen“ auf verschiedene Art zu interpretieren. Da sind Aussteiger genauso beschrieben wie Menschen, die durch einen Schicksalsschlag gezwungen wurden, ihr Leben auf eine neue Art in den Griff zu bekommen. Daneben finden sich Künstler oder Menschen mit besonderen Fähigkeiten oder Berufen und Neigungen. Neben mehr oder weniger bekannten Persönlichkeiten sind auch unbekannte, aber nicht minder interessante Personen im Buch zu finden.

 

Bist du selbst auch jemand, der gerne aus der Reihe tanzt?

Wahrscheinlich wird es wohl irgendwie zutreffen. Meine Bücher, meine Bilder, meine Texte sind nicht immer Mainstream, sie haben eine eigene Bildsprache. Auch in meinem Leben habe ich oft Dinge gemacht, die zu der Zeit, als ich sie machte, eher ungewöhnlich waren. Später sind sie dann oft modern geworden.

 

Du bist in deinem Leben sehr viel gereist. Welches waren für dich die eindrücklichsten Länder?

Alle Reisen waren irgendwie beeindruckend. Das Reisen, der Kontakt mit anderen Kulturen hat mich geprägt. Meine Reisen haben mich oft in Länder geführt, die zum damaligen Zeitpunkt nicht so einfach zu bereisen waren. Da war meist ein Hauch von Abenteuer, auch in der Form, dass ich immer etwas getan habe. Ich bin geklettert, mit dem Paragleiter geflogen, getaucht, gewandert. Auf meiner letzten Reise, die mich in die Antarktis geführt hat konnte ich zum Beispiel über 120 verschiedene Vogelarten und 23 verschieden Walarten sehen. Darunter Shepards beaked Whale, eine Art, von der es nur ein gutes Duzend bestätigte Sichtungen weltweit gibt.

 

Wann hast du dein Talent und deine Liebe zum Fotografieren entdeckt?

Ich fotografiere seit meiner Matura. Da habe ich meinen ersten Fotoapparat bekommen. Zu Beginn habe ich hauptsächlich auf Reisen und beim Bergsteigen fotografiert. Später sind dann die die anderen Bereiche dazu gekommen. In meinen Büchern und Publikationen habe ich dann ganz unterschiedliche Facetten der Fotografie auskosten können. Da war einmal das eher kritisch satirische Element aber auch das formale Grafische, das mich interessierte. In meinem letzten Buch waren es dann die Menschen, die in den Mittelpunkt meines Interesses rückten.

 

Auch literarisch sind deine Bücher viel beachtet. Wie kannst du Eindrücke/Geschichten besser ausdrücken? Durch Bilder oder Worte?

Ich habe das große Glück, dass ich in meinem Verlag, was die Gestaltung anbelangt, große Freiheiten habe. So habe ich die Möglichkeiten verschiedene Seiten zu einem Ganzen verschmelzen zu lassen. Das macht für mich das Bücher machen so interessant. Wort und Bild stehen dabei nicht in Konkurrenz, sondern ergänzen sich.

 

Hast du schon weitere Buch-Projekte in Planung?

Ideen hätte ich schon noch. Ob ich mir aber die ganze Arbeit nochmals antue, weiß ich noch nicht. Mein Verleger Richard Pils ist jetzt schon über siebzig Jahre alt. Ob sich das noch ausgeht ist fraglich, zusätzlich ist zu bemerken, dass das „Buchgeschäft“ zusehends schwieriger wird. Förderungen fließen spärlich und nur vom Verkauf ist so ein Projekt einfach unrentabel. Wegen des finanziellen Gewinns muss man keine Bücher machen. Ich habe meine Buchprojekte immer auch gemacht, damit ich für mich Neues entdecken, Neues lernen konnte. Das war immer spannend. EM (4.114 Zeichen)

 

Zur Person:

Reinold Amann, geb. 1954; lebt in Röns

Lehrer in Pension, verheiratet, Beschäftigung mit der Fotografie seit mehr als 30 Jahren, Vorträge, freier Mitarbeiter bei verschiedenen Fachmagazinen,

Mitglied der Berufsvereinigung bildender Künstler Vorarlbergs;

Buchprojekte mit verschiedenen Autoren (Architektur und Dokumentation),

zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen

 

 

 

 

 

 

 

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