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Der Weg zur Selbständigkeit über die Reformpädagogik

Selbständiges Erfahren steht im Mittelpunkt der Reformpädagogik.
Selbständiges Erfahren steht im Mittelpunkt der Reformpädagogik. ©Harald Hronek
Reformpädagogik Ludesch

Neue Unterrichtsformen stoßen zunehmend auf Interesse bei Kindern und Eltern.

(amp) Reformklassen sind im Vormarsch. In Ludesch, Nenzing und in Bludenz- Mitte sind jahrgangsübergreifende Reformklassen installiert. Die positiven Reaktionen von Elternund Kindern ermutigen ab Herbst zu weiteren Standorten.
An der Volksschule Ludesch werden bereits zwei Reformklassen geführt, in denen Kinder Schulstufen übergreifend nach den Prinzipien der Montessori-Pädagogik unterrichtet werden. “In der heterogen gemischten Gruppe geht es um die Stärkung der Sozialkompetenz”, sagt Direktorin Simone Kots. Die Kinder lernen sich täglich zu integrieren, zu behaupten, Entscheidungen zu treffen, zu diskutieren, eigene Grenzen abzustecken, andere zu respektieren und Konflikte konstruktiv zu lösen. Gemeinsam erarbeitete Regeln helfen dabei.

Selbständig durch Freiarbeit
Freiarbeit ist die zentrale Form des Unterrichts in der Reformklasse. Die Kinder arbeiten an individuellen Themen, bestimmen ihr Arbeitstempo und ihre Arbeitsform ob die Lösung allein, zu zweit oder in der Gruppe gefunden wird. Dazu braucht es auch ein entsprechend motivierendes Umfeld. Der Klassenraum wird zum Informationszentrum. In den verschiedenen Regalen finden die Kinder alles, was sie zum Wissenserwerb ihres Entwicklungsstandes. “Die Lernmaterialien sollen zu selbstentdeckendem und handlungsorientiertem Lernen anregen”, sieht Bezirksschulinspektorin Karin Engstler auch für die Verleger neue Herausforderungen. Lehrausgänge, Exkursionen und externe Lernangebote ermöglichen den Kindern die Erweiterung ihres Lebens- und Erfahrungsraumes. Die Pädagogen nehmen sich bewusst aus dem Zentralfokus und reduzieren sich im Lernprozess auf Begleiten und Unterstützen, stets die Bildungsziele des Volksschullehrplanes als Voraussetzung zur ungehinderten Fortsetzung der Schullaufbahn in den weiterführenden Schultypen.

Kein Notensystem
Statt dem herkömmlichen Notensystem werden Kinder und Eltern über den Leistungsstand regelmäßig verbal informiert. Zwei Mal im Jahr gibt es ein “Zeugnisgespräch” in dem Stärken und Bildungsstand gemeinsam analysiert werden.
Ingeborg Kofler ist Lehrerin in einer der Reformklassen in Ludesch. Sie ist von der eigenständigen Persönlichkeit ihrer Kinder in der Klasse überzeugt: “Der Wunsch, unabhängig zu werden, ist ein kraftvoller Motor für den eigenen, stimmigen Weg und damit auch für das Lernen”.

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