D: Verheiratete Priester tagen

Verheiratete Priester katholischer Religion aus aller Welt sind am Freitag bei Wiesbaden zu einem viertägigen Kongress zusammengekommen. Im Mittelpunkt der Diskussionen steht der Zölibat.

Das ist die von der katholischen Kirche vorgeschriebene Verpflichtung zur Ehelosigkeit für die Geistlichen.

Die internationale Föderation verheirateter Priester in der katholischen Kirche sieht Anzeichen dafür, dass Papst Benedikt XVI. zu einer Lockerung bereit sein könnte. Die Sprecherin der Deutschen Bischofskonferenz, Martina Höhns, hatte solche Überlegungen in dieser Woche aber ausdrücklich als unrealistisch bezeichnet. Die Tagung mit etwa 80 Teilnehmern in Wiesbaden-Naurod dauert bis zum Montag, dann wird eine Abschlusserklärung erwartet.

Die Priesterföderation beruft sich auf einen früheren Ausspruch Joseph Ratzingers. 2004 soll er – damals noch als Präfekt der Glaubenskongregation – amerikanische Bischöfe gefragt haben, was sie von der „Wiedereinführung der Tradition der verheirateten Priester“ halten würden.

Der Zölibat war im 12. Jahrhundert eingeführt worden. Für den niederen Klerus der mit Rom unierten Ostkirchen gilt das Eheverbot nicht. Unter dem Pontifikat von Johannes Paul II. hatten rund 200 übergetretene anglikanische Priester vom Vatikan eine Zölibatsdispens erhalten. Erstmals hatte Pius XII. 1951 einem zum Katholizismus konvertierten evangelisch-lutherischen Geistlichen die Priesterweihe und die Befreiung vom Zölibat ermöglicht. Im Juli war ein zum Katholizismus konvertierter calvinistischer Pastor aus der Schweiz in Belgien zum Priesterweihe geweiht worden und hatte eine Zölibatsbefreiung erhalten.

Als Hintergrund für einen möglichen Sinneswandel verweisen die Priester auch auf den erheblichen Nachwuchsmangel vor allem in westlichen Industrieländern.

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