Caritas muss Nachbarschaftshilfe einstellen

Nach einem Beschluss des Sozialministeriums muss die Nachbarschaftshilfe der Caritas nach 20 Jahren sofort eingestellt werden.
Nach einem Beschluss des Sozialministeriums muss die Nachbarschaftshilfe der Caritas nach 20 Jahren sofort eingestellt werden. ©Caritas Vorarlberg/VOL.AT/Mathias Rauch
Nach einem Beschluss des Sozialministeriums muss die Nachbarschaftshilfe der Caritas nach 20 Jahren sofort eingestellt werden. Für den Vorarlberger Caritas-Direktor Walter Schmolly unverständlich, da damit eine wichtige Integrationsmöglichkeit für Asylbewerber entfalle.

Das Sozialministerium verordnete das Ende der Nachbarschaftshilfe, da das Modell im Konflikt mit rechtlichen Rahmenbedingungen stehe und Lohn- und Sozialdumpig gefördert werde, schreibt die Caritas Vorarlberg in einer Aussendung. Damit müsse das Projekt Nachbarschaftshilfe für Privatpersonen sofort eingestellt werden, gemeinnützige Tätigkeiten bei den Gemeinden seien aber weiterhin möglich.

Möglichkeit der Begegnung

Seit zwei Jahrzehnten biete das Projekt die Gelegenheit, dass sich Asylbewerber und Bevölkerung begegnen. Es sei eine gute Möglichkeit gewesen, während des Wartens auf einen Asylbescheid kleine nachbarschaftliche Dienste zu erledigen und miteinander in Kontakt zu kommen. Er bedaure das Aus für das Projekt sehr, so Schmolly.

Durch das Modell hätten Asylbewerber die Chance gehabt, Kontakte zu knüpfen und Deutsch zu lernen. Genauso war es für die Bevölkerung eine gute Gelegenheit, mit Asylbewerbern in Kontakt zu treten. Das gesamte Modell sei auf die Begegnung abgezielt gewesen, nicht auf die Erledigung großer Arbeitseinsätze. Vielmehr ging es vor allem um kleinere Dienste.

Höherer Betreuungsaufwand

Caritas-Direktor Walter Schmolly befürchtet durch den Wegfall des Angebots nun einen höheren Betreuungsaufwand, da die bisher durch die Nachbarschaftshilfe erfolgte Tagesstrukturierung, psychische Stabilisierung und Integration nun kompensiert werden müsse.

Kritik von den Grünen

Auch die Vorarlberger Grünen kritisieren die Entscheidung des Sozialministeriums. Für Asylsprecher Daniel Zadra ist die Einstellung des Projekts unverständlcih, habe es doch Integration, sinnvolle Tätigkeit und Begegnungen ermöglicht. Er könne nicht nachvollziehen, warum das Ministerium dieses System zu Fall bringt. Das Asylsuchende jetzt zum Nichtstun verdammt seinen, widerspreche dem Ziel guter Integration.

(red)

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