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Bregenzerwald bald UNESCO-Weltkulturerbe?

Schwarzach - Die Vorarlberger Region Bregenzerwald könnte bald Weltkulturerbe sein.  | Hintergrund | Quiz | Mundart-Quiz | Brauchtum und Geschichte | Gemeinden

Den Antrag hatte 2004 die Regio Bregenzerwald gestellt. Für Regio-Obmann Anton Wirth sind die Chancen für ein Ja des Komitees schwer einzuschätzen. „Inhaltlich haben wir das Gefühl, es passt gut“, sagte Wirth zur APA. Die „weltpolitischen Umstände“ seien aber nicht so günstig.

Der Großteil der 830 bisher zum Weltkulturerbe erhobenen Stätten befänden sich in Europa, es bestehe daher seitens der UNESCO das Bestreben, andere Erdteile mehr einzubeziehen, so Wirth. Zudem sei Österreich mit einigen der Weltkulturerbe-Stätten, etwa Innere Stadt Wien oder Neusiedler See, bei der UNESCO „angeeckt“, erklärte der Regio-Obmann. Wann genau die Entscheidung falle, sei ihm nicht bekannt. Der Geschäftsführer der Regio werde nach Neuseeland reisen, um für Fragen der Kommission zur Verfügung zu stehen.

Vom Status „Weltkulturerbe“ erwartete sich Wirth allgemein einen höheren Bekanntheitsgrad für die Region und mehr Chancen im Tourismus. Es gebe weltweit Reiseveranstalter, die eigens Weltkulturerbe-Reisen anböten. Vom so genannten Weltkulturerbe-Tourismus könnte dann auch der Bregenzerwald profitieren. Zudem könnte es leichter werden, Förderungen für die Region zu lukrieren, hoffte der Bürgermeister.

Aufhänger des in der Kategorie „sich fortentwickelnde Kulturlandschaft“ eingereichten Antrags ist die im Bregenzerwald seit Jahrhunderten gepflegte Drei-Stufen-Landwirtschaft, die auf Bewirtschaftung von Weiden im Tal, Vorsäßen und Almen beruht. Durch einen Antrag in dieser Kategorie sei eine Veränderung des Bregenzerwalds weiter möglich, so Wirth. „Wir wollen kein Unter-Schutz-Stellen, keine Konservierung“, unterstrich Wirth.

Es gehe darum, aktuelle Entwicklungen verstärkt zu hinterfragen und Maßnahmen bewusster zu treffen. „Das ist ein Auftrag an uns selbst, unseren Fortgang bewusster wahrzunehmen“, betonte der Regio-Obmann. Diese Maßnahmen müssten über Jahre gemeinsam mit Bevölkerung und Politik festgelegt werden. Von der Akzeptanz der Bregenzerwälder für den Antrag war Wirth „sehr positiv überrascht“. “Über 140 Bürger haben sich für die Arbeitsgruppen zum Mitdenken gemeldet“, zeigte sich Wirth erfreut.

Im Bregenzerwälder Management-Plan, den die UNESCO verlangt, werden laut Wirth etwa der Erhalt der Kleinstrukturiertheit in der Landwirtschaft, im Tourismus und im Handwerk sowie eine Weiterentwicklung in diesen Bereichen, die Pflege von Tracht und Dialekt, aber auch der Umgang mit Architektur, festgehalten. „Dabei geht es nicht darum, Neuentwicklungen zu verhindern, sondern um einen behutsamen Umgang mit der Bebauung, also keine Hotel-Großbauten“, präzisierte Wirth. Die Phase der Zielerarbeitung sei bereits abgeschlossen, ab Herbst folge der über Jahre dauernde Umsetzungsprozess.

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