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Auf der Suche nach dem Wasser

(VN) Doren - Seit Donnerstag wird am Dorener Gschlief wieder gebohrt – ein neuerlicher Versuch, den Hang zu stoppen.

Aufzeichnungen über Rutschungen am Dorener Gschlief gibt es seit 1848, doch „geologisch gesehen sackt der Hang schon deutlich länger ab“, sagt Landesgeologe Walter Bauer. Zwar habe es in letzter Zeit keine großen Rutschungen mehr gegeben, der untere Teil des Hanges bewege sich jedoch immer wieder. „Seit 1927 rund einen Meter pro Jahr.“ Das Ziel müsse sein, das Rückschreiten der oberen Abrisskante zu stoppen. „Es stellt sich nur noch die Fragen, was wir mit den vorhandene technischen Methoden zusammenbringen.“

Erfolglose Versuche

Seit 1927 werden immer wieder Versuche unternommen, den Hang zu stabilisieren – bislang ohne Erfolg. Die Abrisskante frisst sich immer weiter in Richtung Dorfstraße. Fünf Häuser sind unmittelbar bedroht. Auch am Donnerstag wurden wieder Versuche gestartet. „Großartige Effekte sind allerdings keine zu erwarten“, sagt Bauer nüchtern. „Wir müssen einfach ausprobieren. Es ist ein sehr komplexes geologisches System.“ Es handle sich um ein paar horizontale Versuchsbohrungen in knapp 20 Meter Tiefe, am Fuße der Abbruchwand. „Nichts Weltbewegendes.“ Man wolle herausfinden, ob mit einem kostengünstigen Verfahren wasserführende Schichten erreicht werden können.

Weitere Bohrungen

Ein ähnliches Ziel verfolgen auch die Erkundungsbohrungen – bei der Gemeindesaalzufahrt und oberhalb der Bushaltestelle „Gasthof Adler“ – die bald in Angriff genommen werden sollen: „Wir wollen herausfinden, ob wir in diesem Gestein an jenes Wasser kommen, das die Probleme verursacht“, erläutert Margarete Wöhrer-Alge, stellvertretende Leiterin der Wildbach- und Lawinenverbauung. Der Bescheid der Bezirkshauptmannschaft liegt bereits vor. Derzeit würden noch Angebote eingeholt. „Wie tief wir bohren, hängt davon ab, wo und ob wir Wasser bekommen. Maximal jedoch auf 90 Meter“, führt Wöhrer-Alge aus. Um rund 50.000 Euro soll ausgelotet werden, ob diese Maßnahmen Erfolg bringen. Zudem ist seit Oktober 2009 immer wieder ein Vakuumbrunnen in Aktion. Kurzeitig außer Betrieb gesetzt, wird seit Mitte Oktober abermals Wasser aus 71 Meter Tiefe in den Kirchgraben gepumpt. „Messungen zeigen, dass der Wasserdruck in unmittelbarer Umgebung – also innerhalb von 15 bis 20 Metern – verringert werden konnte“, ist der Dorener Bürgermeister Guido Flatz optimistisch. Es gelte abzuwarten, welche Ergebnisse die Bohrungen liefern, sagt der zuständige Landesrat Erich Schwärzler. „Wird kein Wasser gefunden, müssen wir uns erneut mit den Fachleuten zusammen- setzen und uns neue Wege überlegen.“ Wird Wasser gefunden, wäre dies jedoch ein großer Teilerfolg und eine Chance, dass es nicht zu weiteren Rutschungen kommt, so der Landesrat: „Leider sieht niemand in den Berg hinein.“

„Besser als nichts“

Schwärzler schätzt, dass in den vergangenen Jahren rund 500.000 Euro in die Sicherung des Dorener Gschliefs investiert wurden: „Besser als nichts zu tun.“ Zeitweilig sei es dadurch immerhin gelungen, den Hang zu beruhigen. Weniger optimistisch zeigt sich Landesgeologe Bauer: „Irgendwann werden die Häuser höchst wahrscheinlich nicht mehr zu retten sein.“ Der letzte große Rutsch an der „Wunde“ der knapp 1000-Einwohner-Gemeinde Doren ereignete sich im Jahr 2007. Um 40 Meter glitt damals der Hang innerhalb weniger Tage ab.

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