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Auf den Alpen wird das Wasser knapp

Baderatten frohlocken. Gemüsebauern und Landwirte hingegen stöhnen. Die Hitze versengt langsam Feld und Flur und auf den Alpen droht das Wasser knapp zu werden.

Noch will Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger die Situation nicht dramatisieren. Doch er räumt ein, dass manche Alpgebiete mit ihrer Wasserversorgung „bereits an der Grenze sindÔ. Nicht besonders gut ist es heuer auch um das Futter für die rund 30.000 Tiere bestellt, die auf den heimischen Alpen gesömmert werden. „Das frühe Schönwetter hat die Vegetation zu schnell
wachsen lassen”, erklärt Moosbrugger.

Was da ist, wird jetzt von den Kühen und Rindern gefressen. Was sie nicht schaffen bleibt stehen und verdorrt, wenn der nötige Niederschlag fehlt. Einen zweiten Aufwuchs in diesen Höhenlagen gibt es nicht. Abgesehen davon, dass sich „altes Gräs” negativ auf die Milch- und Käseproduktion auswirkt, stellt sich für Josef Moosbrugger die bange Frage, wie die Tiere bis zum Herbst durchgebracht werden sollen. Als letzte Möglichkeit bliebe zwar immer noch, das
Vieh vorzeitig in die heimatlichen Ställe zu treiben. Doch daran will er noch nicht denken und hofft weiter auf einen „schönen, normalen Niederschlag”. Den wünschen sich ganz dringend auch die Gemüsebauern, denen Salat- und Krautköpfe reihenweise vertrocknen. „Das Problem stellt sich vor allem dort, wo es keine Bewässerungsanlagen gibt”, sagt Harald Ramml von der Obst- und Gartenbauabteilung in der Landwirtschaftskammer.

Ein Großteil der rund 90 Hektar Anbaufläche verfügt über zusätzliche
Bewässerungsanlagen. Gemüsebauern, die nicht auf derlei technische
Unterstützung zurückgreifen können bleibt nur das Anpflanzen neuer Setzlinge. „Am besten sind schnell wachsende Sorten mit kurzer Kulturdauer”, so Ramml. Preislich dürften sich die Ausfälle seiner Ansicht nach nicht auswirken, zumal das meiste Gemüse aus anderen Bundesländern eingeführt wird. Vielmehr fürchtet Ramml die angekündigten Gewitter. „Wenn Hagel kommt, sind die anderen
Kulturen nämlich auch kaputt.”

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