Auer für ein "Recht auf Erstausbildung"

Feldkirch, Dornbirn – "Wir müssen alles tun, um arbeitslosen Jugendlichen und Lehrstellensuchenden eine entsprechende Ausbildungsmöglichkeit zu bieten", so Manuela Auer.

Die Ankündigung der Regierung, den Jugendlichen bis 18 eine Ausbildungsgarantie zu geben, sei gut, ein gesetzlich verankertes „Recht auf Erstausbildung“ aber besser. Dazu werde nun eine Reihe von Initiativen und Aktionen ergriffen, kündigt die AK-Vizepräsidentin Manuela Auer zu den aktuellen Diskussionen rund um die Lehrstellenproblematik weiter an.

Konkret sind geplant:

  • politische Verhandlungen mit SpitzenvertreterInnen der Regierung und Sozialpartnern. Erste Gespräche mit Bundesminister Erwin Buchinger und dem Lehrlingsbeauftragten den Bundesregierung Egon Blum haben bereits stattgefunden. „Ich bin bei beiden mit meinen Vorstellungen und Forderungen auf offene Ohren gestoßen“, so Auer zu den Ergebnissen. Weitere Gespräche mit Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, AK-Präsident Herbert Tumpel, WK-Präsident Christoph Leitl und auch LH Herbert Sausgruber sind geplant.
  • eine Plakat- und Inserataktion zur Sensibilisierung der Bevölkerung für dieses wichtige Anliegen,
  • Standaktionen im ganzen Land – vom Großen Walsertal bis zum Bregenzerwald, vom Klostertal bis Höchst – um die VorarlbergerInnen über das Recht auf Erstausbildung breit zu informieren.

    Für Jugendbeschäftigung

    Die Initiative ist aktuell. Die Regierung hat in ihrem Regierungsprogramm eine Reihe von Maßnahmen im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit angekündigt. Über die Umsetzung und Ausgestaltung der geplanten Ausbildungs- und Arbeitsplatzgarantie wird auf der Ebene der Sozialpartner verhandelt. In diesen Prozess möchte AK-Vizepräsidentin Auer nun auch ihre weiter gehende Forderung nach einem „Recht auf Erstausbildung“ einbringen. Für dieses Recht habe sie sich seit dem Jahre 2003 engagiert und eine Verankerung im Grundrechtekatalog einer neuen Bundesverfassung gefordert.

    Der Hintergrund: Während vom Kindergartenbesuch über die Pflichtschule alles gesetzlich wie finanziell geregelt sei, würden die jungen Menschen danach sich selbst überlassen. Mit einem verfassungsmäßig verbrieften Recht auf (berufliche) Ausbildung für alle Jugendlichen müssten dann auch die dazu notwendigen Infrastrukturen, Finanzmittel und Gesetze geschaffen bzw. bereitgestellt werden.

    Dazu habe sie sich u. a. an den damaligen Österreich-Konvent mit Dr. Franz Fiedler an der Spitze, die Sozialpartner, die AMS-Geschäftsführung sowie die Parteivorsitzenden gewandt und diese in einem Offenen Brief um Unterstützung gebeten.

    Zur Bekräftigung dieser Forderung wurden im Lande Vorarlberg Unterschriften gesammelt. Die Reaktionen auf die Initiative waren überwiegend positiv – letztlich geschehen sei aber zu wenig. Der Konvent führte zwar zu intensiven politischen Diskussionen und umfangreichen Dokumentationen – nicht aber zum angestrebten Ziel einer neuen Verfassung mit einem umfassenden Grundrechtekatalog.

    „Wir blieben jedoch weiter am Ball, zumal sich die Situation am Lehrstellenmarkt in den Jahren 2005 und 2006 weiter verschärfte“, betont Auer. So wurde dieses Thema in den verschiedensten Gremien wie zum Beispiel beim Job-Gipfel, AMS und in der AK eingebracht.

    Lehrstellen gefragt

    Auch wenn sich die Lehrstellensituation mittlerweile etwas gebessert habe, so gebe es für eine Entwarnung keinen Grund, betont Auer.

    So seien in Vorarlberg Ende August

  • 1.437 junge Menschen im Alter von 15 bis unter 25 Jahren arbeitslos,
  • 297 Jugendliche auf Lehrstellensuche.
  • Dazu kommen noch 460 junge Menschen in verschiedenen Beschäftigungsmaßnahmen sowie Jugendliche, die zwar ohne Job oder Lehrstelle sind, sich aber nicht gemeldet haben. Zugleich wird auch im Lande über einen enormen Facharbeitermangel geklagt.

    Forderungen und Finanzierung

    Um nun allen Jugendlichen eine Lehrausbildung zu ermöglichen, müssen viele verschiedene Maßnahmen ergriffen werden. So u.a.:

  • Lehrstellenförderung (Blum-Bonus, …)
  • Ausbau der Überbetrieblichen Ausbildungszentren
  • Schaffung von Ausbildungsverbünden

    Manuela Auer ist bewusst, dass dazu zusätzliche finanzielle Mittel erforderlich sind. „Dies sind aber wichtige Investitionen in die Zukunft.“ Daher sollte über verschiedene, auch neue Finanzierungsmodelle intensiv nachgedacht werden. Denkbar wären hier für die AK-Vizepräsidentin solidarische Finanzierungsformen ebenso wie eine Wertschöpfungsabgabe mit Zweckwidmung für die Jugendausbildung. (Quelle: FSG)

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