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Ärzte ohne Grenze: EU hat Flüchtlingskrise "aktiv verschlimmert"

EU wirkt wie gelähmt
EU wirkt wie gelähmt
Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat der Europäischen Union ein "katastrophales Scheitern" in der Flüchtlingskrise vorgeworfen. In einem am Dienstag veröffentlichten Bericht kritisierte die NGO, die EU und ihre Regierungen hätten nicht nur kollektiv in der Krise versagt, sondern mit ihrer Politik die Lage von tausenden Hilfesuchenden im vergangenen Jahr "sogar aktiv verschlimmert".

In dem Bericht mit dem Titel “Hindernislauf nach Europa” wird der schwierige Weg für Flüchtlinge nach Europa beschrieben. Die meisten ankommenden Flüchtlinge seien vor Krieg und Verfolgung geflohen, dennoch habe “die EU keine Alternativen zur tödlichen Mittelmeerüberfahrt, zu den Stacheldrahtzäunen, den sich ständig ändernden Registrierungsverfahren und zur Gewalt auf der Fluchtroute geschaffen”, kritisiert die Organisation. Stattdessen würden völlig unzulängliche Aufnahmebedingungen in Italien und Griechenland herrschen.

Auch die Balkanroute, über die die meisten Menschen von Griechenland weiter Richtung Europa reisten, sei voller Schwierigkeiten und Gefahren, heißt es in dem MFS-Bericht. Es fehle an nötiger Hilfe für die Flüchtlinge, wie winterfeste Unterbringungen. Außerdem komme es immer wieder zu gewaltsamen Übergriffen durch Sicherheitskräfte. Die plötzlichen und unkoordinierten Grenzschließungen einzelner Länder hätten nicht nur für großen Stress und gefährliche Situationen bei tausenden Menschen gesorgt, sondern auch zu einer Verlagerung der Flüchtlingsbewegung auf noch gefährlichere Routen.

Ärzte ohne Grenzen und andere humanitäre Organisationen seien 2015 gezwungen gewesen, ihre Hilfe an den Einreiseorten nach Europa, in Italien, Griechenland und entlang der Balkanroute, massiv aufzustocken, so die Organisation. Nie zuvor hatte Ärzte ohne Grenzen so viele medizinische und humanitäre Projekte und Mitarbeiter in Europa, erstmals setzten MSF auch Such- und Rettungsschiffe ein.

Insgesamt wurden im Vorjahr von Ärzte ohne Grenzen über 100.000 medizinische und psychologische Behandlungen durchgeführt. Außerdem seien 23.747 Flüchtlinge aus dem Meer gerettet und versorgt worden. Die meisten Behandlungen der medizinischen Hilfsorganisation hätten einfach vermieden werden könne, wenn es eine sichere Reise und Aufnahme nach humanitären Standards gebe, so MSF.

Sichere, legale Wege nach Europa gefordert

Die Organisation fordert die EU dazu auf, dringend sichere und legale Wege nach Europa zu schaffen. “Die Krise ist alles andere als vorbei, und die Flüchtlingshilfe in Italien, Griechenland und auf dem Balkan ist völlig unzureichend”, so Aurelie Ponthieu, Migrationsexpertin von Ärzte ohne Grenzen. “2015 haben sich die europäischen Staaten um eine Politik bemüht, die ihre Grenzen vor hilfesuchenden Menschen schützt. Wir hoffen, dass 2016 kein Bedarf mehr besteht, diese Menschen vor der Politik Europas zu schützen.” (APA)

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